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Schauspielerin Ellen Schwiers gestorben

26.4.2019 15:48 Uhr

Die Schauspielerin Ellen Schwiers starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 88 Jahren nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus am Starnberger See, wie ihre Tochter Katerina Jacob über ihre Agentur mitteilen ließ. 2015 hatte die aus einer Schauspielerfamilie stammende Schwiers nach 70 Jahren Abschied von der Bühne genommen.

Zuletzt hatte sie an der Seite ihres Bruders Holger Schwiers und ihrer Tochter Katerina in dem Stück "Altweiberfrühling" in der Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne gestanden.

Den Abschied von der Bühne sah sie als konsequenten Schritt. Eine Tournee würde sie nicht mehr durchstehen, hatte sie anlässlich ihres 85. Geburtstags gesagt. "Ich will nicht auf die Bühne getragen werden." Nach dem Bühnenabschied wollte sie sich ihrer Familie, ihren Hunden und ihrem Garten widmen.

"Mutter Courage", "Jedermann" und Shakespeares "Was ihr wollt"

Vor allem als Darstellerin großer Frauenrollen hatte sich Schwiers auch im Kino und Fernsehen einen Namen gemacht. Als "Mutter Courage" tourte sie in Bert Brechts gleichnamigem Stück durch die Lande, in Salzburg spielte sie die Buhlschaft im "Jedermann". Mit Shakespeares "Was ihr wollt" feierte Schwiers 1972 ihr Regie-Debüt bei den Burgfestspielen in Jagsthausen in Baden-Württemberg.

Sohn und Ehemann bereits verstorben

Schwiers' Sohn Daniel war 1985 an Krebs gestorben, wenige Jahre später starb auch ihr Mann. Die Schauspielerin sagte: "Wenn man erlebt, wie ein 21-Jähriger stirbt, der gerne gelebt hätte, dann kann man das eigene Leben nur als Geschenk empfinden."

Schwiers wollte sterben

Vor einigen Wochen hatte Schwiers der "Abendzeitung" gesagt, sie könne nicht mehr laufen, sei bettlägerig, habe bei jeder Bewegung "grauenhafte Schmerzen" und wolle deshalb sterben. Ihr Leiden sei trotz Schmerztherapie mittlerweile so schlimm, dass sie auch Sterbehilfe in Betracht ziehe. "Darüber habe ich schon mit meiner Tochter gesprochen, das habe ich mir gewünscht", sagte Schwiers. Ihre Tochter lehne diesen Weg jedoch "leider vollkommen ab".

(gi/dpa)