imago/DeFodi

Schalke verliert in den letzten Minuten

20.2.2019 23:09 Uhr

Fast wäre Schalke 04 die Sensation gelungen. Bis zur 85. Minute führten die Königsblauen, bis ausgerechnet ein alter Bekannter das Spiel drehte.

Der deutsche Vizemeister verlor gegen den englischen Champion Manchester City trotz einer 2:1-Führung bis zur 85. Minute noch 2:3 (2:1) und hat damit vor dem Rückspiel am 12. März nur noch wenig Hoffnung auf den Einzug ins Viertelfinale.

Sergio Aguero brachte die Gäste in Führung (18.), Nabil Bentaleb drehte mit zwei verwandelten Elfmetern (38. und 45.) die Begegnung zur Pause. Ausgerechnet der Ex-Schalker Leroy Sane (85.) glich acht Minuten nach seiner Einwechslung für den Favoriten aus, ehe Raheem Sterling (90.) den Erfolg der Briten besiegelte. Dabei musste City in der Schlussphase nach Gelb-Rot gegen Nicolas Otamendi (68.) in Unterzahl agieren.

Dabei sah es lange gut für die Königsblauen aus: Nabil Bentaleb verwandelte den Elfmeter, den der Videoassistent nach einem Handspiel von Nicolas Otamendi verhängte, zum zwischenzeitlichen 1:1 (38.). Erst zur K.o.-Runde hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) das technische Hilfsmittel in der Königsklasse eingeführt. Der Algerier traf sieben Minuten später erneut vom Punkt, nachdem der spanische Schiedsrichter Carlos Del Cerro Grande auf Foul entschieden hatte.

Gelb-Rot für Otamendi

Sergio Aguero hatte den Tabellenführer der Premier League in Führung gebracht (18.). Sane mit einem sehenswerten Freistoß und Sterling sicherten City mit zehn Mann aber doch noch eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel am 12. März. Otamendi hatte zuvor nach einem Foul an dem eingewechselten Guido Burgstaller die Gelb-Rote Karte (68.) gesehen.

Ausgerechnet die auf den 14. Platz abgestürzten Schalker bescherten der Bundesliga die ersten Tore in den "englischen Wochen" in der Champions League. Zuvor hatte Borussia Dortmund 0:3 bei Tottenham Hotspur verloren und Bayern München ein 0:0 beim FC Liverpool erkämpft.

Sane kommt in der 77. Minute

Seine Rückkehr nach Schalke erlebte Sane zunächst auf der Bank. Der 23-Jährige, der im Sommer 2016 für 50 Millionen Euro nach Manchester gewechselt war, wurde von Startrainer Pep Guardiola erst in der 77. Minute unter dem Applaus des Publikums eingewechselt. Schalke-Coach Domenico Tedesco setzte gegen das Starensensemble von City auf totale Defensive. Mark Uth war der einzige Offensivspieler, der beim Anpfiff auf dem Platz stand.

Mit einer Fünfer-Abwehrkette, zwei Sechsern und den gelernten Abwehrspielern Weston McKennie und Hamza Mendyl auf den Außenbahnen wollte Tedesco den Titelfavoriten, dessen Spieler über einen Marktwert von 1,13 Milliarden Euro verfügen, stoppen. Guardiolas Passmaschine lief trotzdem zunächst wie geschmiert. Schon in der siebten Minute musste Ralf Fährmann, eigentlich nur noch die Nummer zwei im Schalker Tor, aufgrund seiner Verdienste aber in der Königsklasse zwischen den Pfosten, mit einer Glanzparade bei einem Kopfball von Aguero einen frühen Rückstand verhindern.

Erster Torschuss nach 25 Minuten

City schnürte die ängstlichen Königsblauen in der eigenen Hälfte ein, hatte bereits nach elf Minuten 4:0 Ecken. Das 0:1 war die logische Folge, auch wenn es aus Schalker Sicht unglücklich fiel: Uth blieb nach einem Zweikampf angeschlagen liegen, doch statt den Ball ins Aus zu schlagen, spielte Fährmann Salif Sane unter Druck an, David Silva sprintete dazwischen und legte für Aguero auf.

Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Gastgeber erstmals auf das Tor schossen: Uths Schlenzer aus 20 Metern verfehlte das Ziel (25.). Dann half Schalke der Videobeweis. Nach Otamendis Handspiel nach einem Schuss von Daniel Caligiuri entschied der Schiedsrichter zunächst auf Eckball, erst nach fünfminütiger Unterbrechung mit zahlreichen Diskussionen verwandelte Bentaleb den Elfmeter.

Kurz vor der Pause traf er genauso souverän, nachdem Fernandinho Sane im Strafraum umgerissen hatte. Plötzlich führte Schalke, ohne sich überhaupt eine echte Torchance herausgespielt zu haben. Manchester verstärkte nach dem Seitenwechsel seine Angriffsbemühungen. Die Gastgeber verteidigten konzentriert, doch dann machten sie doch noch Fehler.

(be/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.