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Süper Lig, wir haben ein Problem!

22.9.2019 13:38 Uhr

Seit viele Jahren wird gerätselt, warum schafft es die erste Liga der Türkei – die Süper Lig – nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Warum sind die Vereine so hoffnungslos überschuldet? Dabei verraten einfache Zahlen, wo das Kernproblem der Liga liegt: Es fehlen die zahlenden Zuschauer, die für Einnahmen sorgen. Die Kapazitätsauslastung in den Stadien liegt bei knapp über einem Viertel und das kann wirtschaftlich nicht gesund sein.

Werfen wir einen Blick auf das jüngste Zahlenmaterial der Süper Lig. Die Stadien der Vereine, die am Ligabetrieb teilnehmen, liegen bei rund 500.000 Gesamtzuschauern pro Spieltag. Vier Runden sind bisher im türkischen Oberhaus durchgespielt worden und der fünfte Spieltag ist noch nicht beendet. Diese vier Spieltage zogen insgesamt knapp 522.000 Zuschauer in die Stadien. Das bedeutet, die türkische Liga erreichet einen Spieltagsschnitt von rund 130.000 Zuschauern, die in die Stadien strömen.

Zuschauer in den Stadien bilden das finanzielle Rückgrat der Vereine

Wenn nun aber Stadien, die an vier Spieltagen eine Gesamtkapazität an Zuschauern von rund zwei Millionen Menschen abbildet, nur von 522.000 Menschen besucht werden und je Spieltag nur 130.000 Zuschauer statt der möglichen 500.000 kommen, muss man kein Mathematik-Professor sein, um ein gravierendes Ungleichgewicht festzustellen. In nackten Zahlen heißt das, im landesweiten Durchschnitt sind die Stadien nur zu 26 Prozent gefüllt. Dreiviertel aller Plätze bleiben unbesetzt und es kommt zu massiven Einnahmeeinbußen. Über alle Partien verteilt erzielt die Liga einen Zuschauerschnitt pro Match von 14.400 – ein Wert, den es in der Bundesliga so noch nie gab. Da lag der niedrigste Wert bei etwas mehr als 17.000 – vor bald 50 Jahren zu Beginn der 70er Jahre.

Im Grunde schaffen es nur vier Vereine der Liga – Galatasaray Istanbul, Fenerbahce Istanbul, Besiktas Istanbul und Trabzonspor – über dem Durchschnitt zu liegen. Diese vier Klubs sind es, die den Schnitt überhaupt so halten. Beim Rest der Partien liegt der Durchschnitt mit Wohlwollen bei maximal 8.000. Zahlen, die mehr als erschütternd und ernüchternd sind. Nur wenn die Stadien wieder besser besucht sind, können sich die Vereine von der Schuldenlast befreien und sind in der Lage, Talente auszubilden.

(Hürriyet.de)

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