epa/Tiago Petinga

Südosten Afrikas erneut von Tropensturm bedroht

24.4.2019 22:17 Uhr

Ein weiterer Tropensturm könnte erneut im Südosten Afrikas große Verwüstung anrichten. Erst vor wenigen Wochen fegte der verheerende Zyklon "Idai" über den Kontinent. Zyklon "Kenneth" werde vermutlich am Donnerstag im Norden von Mosambik auf Land treffen, teilte das UN-Nothilfebüro (Ocha) am Mittwoch mit.

Demnach kann es zu Überschwemmungen und in den Küstengebieten zu Sturmfluten kommen. "Die Winde werden vermutlich stark genug sein, um Schaden und Zerstörung anzurichten", hieß es. Demnach werden voraussichtlich Mosambik, Tansania, die Komoren und Malawi betroffen sein.

Der Zyklon bildete sich Ocha zufolge nördlich von Madagaskar und sollte am Mittwoch über den Inselstaat der Komoren ziehen. Quasi die gesamte Bevölkerung der Komoren, fast 760 000 Menschen, lebt in der Schneise des Zyklons - sowie knapp 750 000 Menschen in Mosambik, wie Unosat, ein Satellitenbeobachtungsprogramm der UN, mitteilte.

Doppelte Katastrophe

In Mosambik werde die Katastrophenschutzbehörde "alle Maßnahmen ergreifen, um Menschenleben zu retten", sagte deren Chefin Augusta Maita. Derzeit bereite man sich darauf vor, Menschen in Sicherheit zu bringen. Es würden Orte für Notunterkünfte identifiziert. Zudem werden demnach Helikopter und Boote aus dem von Zyklon "Idai" schwer betroffenen Ort Beira in den Norden des Landes gebracht.

Helfer warnten, dass die Auswirkungen verheerend sein könnten. "Es wäre eine doppelte Katastrophe. Die für Zyklon "Idai" bereitgestellten Hilfsgelder reichen jetzt schon kaum aus", teilte Ninja Taprogge von der Hilfsorganisation Care International mit. "Für die Folgen eines zweiten Sturms sind schlichtweg nicht genügend Ressourcen verfügbar."

Erst Mitte März hatte Zyklon "Idai" das Zentrum Mosambiks getroffen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Hunderttausende Menschen waren zeitweise obdachlos, Überschwemmungen zerstörten das Ackerland von etwa einer halben Million Bauern. Rund 600 Menschen kamen ums Leben. Auch die Nachbarländer Simbabwe und Malawi waren betroffen.

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