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Südkoreas Präsident will zwischen Nordkorea und USA vermitteln

4.3.2019 11:53 Uhr

Der südkoreanische Präsident Moon Jae will den genauen Grund für das Scheitern des Gipfels von Trump und Kim erfahren und zwischen den beiden Ländern vermitteln.

Nach dem ergebnislosen Ausgang des USA-Nordkorea-Gipfels drängt Südkoreas Präsident Moon Jae auf eine rasche Fortsetzung der Abrüstungsgespräche. Die südkoreanische Regierung hoffe darauf, "dass beide Länder ihren Dialog fortsetzen werden", sagte Moon am Montag in Seoul. Er hoffe darauf, dass sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un "schnell" wiedertreffen und doch noch eine Einigung zur Denuklearisierung erzielen.

Nordkorea weißt Vorwürfe aus Washington zurück

Das zweite Treffen von Trump und Kim war am Donnerstag in Hanoi ohne Einigung abgebrochen worden. Trump begründete dies damit, dass Kim eine Aufhebung aller Sanktionen gegen Nordkorea gefordert habe. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen hatte der nordkoreanische Machthaber im Gegenzug nur angeboten, einen Teil des riesigen Atomkomplexes Yongbyon stillzulegen.

Nordkorea wies die Vorwürfe aus Washington zurück. Pjöngjang habe der US-Delegation einen "realistischen Vorschlag" unterbreitet, sagte Außenminister Ri Yong Ho. Nordkorea sei bereit, "alle atomaren Produktionsanlagen" in Yongbyon stillzulegen, wenn die USA einen Teil der Sanktionen zurücknähmen.

Moon: Eine lange Verhandlungspause sei "nicht vorteilhaft"

Südkoreas Präsident will nun den genauen Grund für das Scheitern des Gipfels herausfinden. Seoul wolle im Detail die Differenzen zwischen beiden Seiten sondieren und nach Wegen suchen, "um diese Kluft zu verringern", sagte Moon, der den ersten Gipfel zwischen Trump und Kim im Juni in Singapur vermittelt hatte, bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats in Seoul.

Der südkoreanische Präsident geht nach eigenen Angaben davon aus, dass bei den Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea "am Ende" ein Abkommen herauskommen wird. Seine Beamten sollen sich nun dafür einsetzen, dass zumindest die Gespräche auf Arbeitsebene schnell wieder aufgenommen werden. Laut Moon sei eine lange Verhandlungspause "nicht vorteilhaft".

(gi/afp)