imago/blickwinkel

Südkoreas ehemals größte Porno-Website: Mitgründerin inhaftiert

10.1.2019 17:04 Uhr

In Südkorea ist die Spycam-Pornografie keine Seltenheit. Es ist so verbreitet, dass daraus sogar eine der ehemals größten Porno-Webseiten Südkoreas hervorging. Nun wurde eine der Mitbegründerinnen inhaftiert.

Nach monatelangen Protesten wegen der Verbreitung heimlich aufgenommener pornografischer Filme ist die Mitgründerin von Südkoreas einstmals größter Porno-Website zu einer hohen Strafe verurteilt worden. Die 45-Jährige wurde zu vier Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von umgerechnet 1,09 Millionen Euro wegen der Beihilfe bei der Verbreitung obszönen Materials verurteilt.

Soranet teilt die Videos

Zehntausende Frauen haben in den vergangenen Monaten gegen die Zunahme der sogenannten "Molka"-Videos - Aufnahmen mit verdeckter Kamera von Frauen auf öffentlichen Toiletten, in Umkleidekabinen oder auf Rolltreppen - protestiert. Viele dieser Bilder werden auf speziellen Webseiten geteilt. Beliebter Verbreitungskanal war die Porno-Website Soranet mit ihren über eine Million Nutzern. Sie wurde 2016 gesperrt, denn die Herstellung und Verbreitung von Pornografie ist in Südkorea verboten.

Die 45-Jährige hatte Soranet vor 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem weiteren Paar gegründet. Vor Jahren hatte sie sich nach Neuseeland abgesetzt, war aber im vergangenen Juni bei ihrer Rückkehr nach Seoul festgenommen worden, nachdem die Behörden ihren Pass für ungültig erklärt hatten. Ihr Ehemann und das andere Paar besitzen die australische Staatsbürgerschaft oder haben dort ihren festen Wohnsitz.

Verletzung der Menschenwürde

Das Gericht warf der Soranet-Mitgründerin vor, mit der Verletzung der Würde unzähliger Menschen viel Geld gemacht zu haben. Das Phänomen der sogenannten Spycam-Pornografie ist in Südkorea weitverbreitet. Wurden 2010 noch 1100 Fälle bei der Polizei angezeigt, waren es 2017 bereits 6500 Anzeigen. Laut der amtlichen Statistik sind die Opfer meistens Frauen. 98 Prozent der Täter sind dagegen männlich und stammen aus allen Schichten: Erwischt wurden unter anderem Lehrer, Priester, Wissenschaftler oder Polizisten.

(sis/afp)