Symbolbild: epa/Yonhab

Südkoreanisches Militär soll Schwulenrechte achten

11.7.2019 18:04 Uhr

Südkorea soll die Homosexualität im Militär entkriminalisieren fordert nun Amnesty International. Betroffene Soldaten hätten in Interviews über "Einschüchterung, Gewalt und Isolation gesprochen, die das Resultat der Kriminalisierung von Sex zwischen Männern im Militär" seien, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag.

In dem Bericht "Schweigend Dienst tun" rief die Gruppe die Regierung auf, den Paragraphen 92-6 des Militärstrafgesetzes abzuschaffen, das Soldaten einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen verbietet.

Die Streitkräfte des Landes sollten anerkennen, dass die sexuelle Orientierung einer Person nichts mit ihrer Fähigkeit zu tun habe, Militärdienst zu leisten, sagte die Leiterin für die Ostasien-Forschung der Gruppe, Roseann Rife. "Südkoreas Militär muss damit aufhören, LGBTI-Menschen (englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell) als Feinde zu behandeln."

Soldaten verbergen aus Angst ihre Neigung

Zahlreiche Soldaten sagten laut Amnesty, dass sie aus Furcht, "geoutet" und schikaniert zu werden, ihre sexuelle Orientierung verborgen hielten. Ein Soldat sprach demnach von Suizidgedanken, die er aufgrund von Misshandlungen gehabt habe. Amnesty sprach unter anderem mit aktiven und ehemaligen Soldaten.

Vor zwei Jahren hatten in Südkorea Ermittlungen der Militärbehörden gegen Soldaten für Empörung gesorgt, die im Verdacht standen, Sex mit anderen Soldaten zu haben. Ein Armeeoffizier wurde damals von einem Militärgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Amnesty warf den Behörden "Hexenjagd" auf homosexuelle Soldaten vor. Es gibt kein Gesetz, das Homosexuellen oder Transgender-Personen den Militärdienst verbietet, der in dem Land obligatorisch ist und je nach Waffengattung 21 bis 24 Monate dauern kann.

(an/dpa)