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Südkorea ist kein bevorzugter Handelspartner mehr

28.8.2019 10:55 Uhr

Der Handelstreit zwischen Japan und Südkorea verschärft sich. Am Mittwoch trat ein kürzlich gefasster Beschluss der rechtskonservativen Regierung in Tokio in Kraft, das Nachbarland von der sogenannten "weißen Liste" bevorzugter Handelspartner zu streichen. Zuvor hatte Japan striktere Exportkontrollen für Materialien zur Chip-Produktion verhängt.

Südkorea hat mit Vergeltung gedroht, indem es Japan seinerseits von der eigenen Liste streicht. Zudem kündigte Seoul ein Geheimdienstabkommen mit Tokio. Südkoreas Premierminister Lee Nak Yeon drängte Japan am Mittwoch zu Gesprächen, um die dramatisch verschlechterten Beziehungen der beiden Nachbarländer zu reparieren.

Jahrzehntelanges Misstrauen

Zwischen den beiden wichtigen Verbündeten der USA herrscht tiefes Misstrauen, das Jahrzehnte zurückreicht und seinen Ursprung in Japans Kolonialherrschaft in Korea hat (1910 bis 1945). Aus südkoreanischer Sicht hat Japan seine damals begangenen Verbrechen wie Zwangsarbeit oder den Missbrauch Zigtausender junger Koreanerinnen während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsprostituierte bis heute nicht umfänglich eingestanden. Der Oberste Gerichtshof in Südkorea fachte den Streit im vergangenen Jahr an, indem es japanische Konzerne anwies, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Tokio sieht das Thema Entschädigung durch einen Vertrag von 1965 als erledigt an.

Japan hatte die verschärften Exportkontrollen denn auch damit begründet, dass das gegenseitige Vertrauen untergraben sei und es Sicherheitsbedenken in Bezug auf einige Exporte nach Südkorea gegeben habe, ohne dies jedoch zu erläutern. Südkorea spricht dagegen von Vergeltung.

Japanische Firmen müssen jetzt für den Export bestimmter Materialien wie Fotolacke, die in der Chip-Produktion verwendet werden, jedes Mal Lizenzen beantragen. Hierbei handelt es sich um hochwertige Vorprodukte, die nur schwer zu ersetzen sind und zunächst die Chipindustrie treffen würde. Südkoreas Chipindustrie ist die größte der Welt, ist aber auf Vorprodukte aus Japan angewiesen.

(an/dpa)

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