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Süd-Indien: Hindu-Traditionalisten versperren Frauen Zugang zu Tempel

23.12.2018 12:18 Uhr

Die Aufhebung des Tempelverbots in Süd-Indien sorgt weiter für Aufregung. Hunderte Konservative versperrten den Sabarimala-Tempel im Bundesstaat Kerala und stellten sich einer Gruppe Frauen entgegen.

Sie blockierten den Pilgerpfad vom Dorf Pamba zu dem auf einem Berg gelegenen Schrein für den Gott Ayyappa und gelobten lautstark, den Frauen den Zugang zu verwehren. Das Oberste Gericht des Landes hatte Ende September nach einem jahrelangen Rechtsstreit das Zutrittsverbot für Frauen im gebährfähigen Alter zu dem Tempel aufgehoben. Frauen zwischen zehn und 50 Jahren war es zuvor verboten, den Tempel zu betreten und dort zu beten.

Bereits im Oktober Zugang zur Gebetsstätte verwehrt

Mitte Oktober sollte der Tempel erstmals für Frauen zugänglich sein. Wütende Hindu-Traditionalisten widersetzten sich jedoch dem Gerichtsurteil und verwehrten Frauen gewaltsam den Zutritt zur Gebetsstätte. Nach heftigen Zusammenstößen mit der Polizei wurden mehr als 2000 mutmaßliche Randalierer festgenommen. Auch am Sonntag herrschte eine gespannte Lage. Die Polizei versuchte, zwischen beiden Seiten zu vermitteln, doch wollten weder die elf Frauenrechtlerinnen noch ihre Gegner nachgeben. Noch bis Mitte Januar werden werden hunderttausende Pilger erwartet, die während eines mehrwöchigen Hindu-Fests den vierstündigen Aufstieg zum Sabarimala-Tempel zurücklegen wollen. Auch hunderte Frauen haben sich angemeldet.

Selbst Premierminister unterstützt die Traditionalisten

Zahlreiche konservative Hindu-Bewegungen sowie die hinduistisch-nationalistische Bharatiya Janata Partei von Premierminister Narendra Modi haben Widerspruch gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts eingelegt. Sie argumentieren, das Urteil ignoriere die traditionelle Überzeugung, dass Ayyappa im Zölibat lebte. Für den 22. Januar ist eine Gerichtsanhörung der Gegner vorgesehen.

(be/afp)