epa/Chema Moya

Sanchez will sich mit katalanischem Regierungschef treffen

21.1.2020 15:33 Uhr

Pedro Sanchez, der neue spanische Regierungschef, will sich in der ersten Februarwoche mit dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra zu Gesprächen über den Unabhängigkeitskonflikt in der Region treffen. In Katalonien handele es sich um eine politische Krise, die politisch gelöst werden müsse, sagte Sánchez in einem Interview des spanischen Fernsehsenders RTVE.

Anfang Januar hatte er der größten katalanischen Partei ERC zugesagt, innerhalb kurzer Zeit einen Dialog anzustoßen. Hintergrund: Sánchez brauchte die Enthaltung der Partei bei der entscheidenden Parlamentsabstimmung über seine Wahl zum Ministerpräsidenten.

Nach monatelanger politischen Blockade

Mit Hilfe der Katalanen hatte der Sozialist das Votum am 7. Januar nach einer monatelangen politischen Blockade knapp gewonnen. Jetzt muss Sánchez Wort halten - denn Gabriel Rufián, ERC-Sprecher im Madrider Parlament, hatte zuvor bereits angedroht: "Ohne Verhandlungstisch wird es auch keine Legislaturperiode geben." Die konservative Opposition und auch viele Bürger hatten sich wütend über die Absprache geäußert und moniert, Sánchez mache sich so nicht nur zur Geisel der Katalanen, sondern untergrabe auch die Verfassung.

Seit dem für illegal erklärten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien im Oktober 2017 kommt die Region nicht zur Ruhe. Die konservative Vorgängerregierung hatte sie damals zeitweise unter Zwangsverwaltung gestellt. Die Spitzen der früheren Regionalregierung sitzen entweder in Haft oder sind ins Ausland geflohen.

(an/dpa)

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