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Samsun: Ladenbesitzer kassiert Geldstrafe, weil Streuner wütende Kundin angreift

3.2.2019 11:42 Uhr

Ein Ladenbesitzer in der Nordtürkei wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem seine Katze in einem hitzigen Streit das Gesicht einer Kundin kratzte. Ahmet Dilaver solle die Katze zu der Tat "angestiftet" haben. Lokale Medien berichteten über das drei Jahre dauernde Gerichtsverfahren in der Provinz Samsun.

Den Berichten zufolge ereignete sich der Vorfall im Januar 2016, als eine Kundin das Geschäft von Dilaver besuchte, um ihr Tablet abzuholen, welches sie dem Mann Wochen zuvor zur Reparatur gegeben hatte. Ahmet Dilaver betreibt seit 22 Jahren ein Elektronikfachgeschäft im nordtürkischen Samsun. Nachdem ihr gesagt wurde, dass der Reparaturdienst das Tablet noch nicht aus Istanbul zurückgeschickt habe, sei die Frau wütend geworden, sagte Ladenbesitzer Dilaver.

Streunende Katzen als Gäste

Im Laden befand sich auch eine streunende Katze, die von dem Ladenbesitzer geduldet wurde. Als die Frau den Ladenbesitzer angeschrien haben soll, habe die Katze den Mann verteidigen wollen und sei auf die Frau zugegangen. Als diese jedoch die nahende Katze wegtrat, habe diese sie in der Luft im Gesicht gekratzt.

Die leichte Verletzung führte zu einer Strafanzeige gegen Dilaver, der später zu mehr als zwei Monaten Gefängnis wegen "rücksichtsloser Verletzung" verurteilt wurde.

Berufungsgericht bestätigt das Urteil

Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 28. Januar und kam zu dem Schluss, dass Dilaver wegen der Verletzung zur Verantwortung gezogen werden sollte, da der "Angreifer" eine streunende Katze war, die regelmäßig das Geschäft des Mannes besuche. Allerdings wandelte das Gericht die Haftstrafe in eine Geldstrafe von 3.000 türkischen Lira (ungefähr 500,- Euro) um.

"Ich habe die Katze nicht auf die Frau gehetzt. Es war die Frau, die ihn provozierte. Warum bestrafen sie mich?", sagte Ladenbesitzer Dilaver abschließend zu dem Urteil.

(be/hdner)