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Sachsen: Polizisten und Journalisten bei Rechtsrockkonzert angegriffen

24.3.2019 11:29 Uhr

Im sächsischen Ostritz sind Polizisten und Journalisten bei einem Rechtsrockkonzert mit vollen Bierbechern beworfen und mit Feuerlöschern besprüht worden, wie die Polizei mitteilte.

Auf die rund 500 rechtsgerichteten Teilnehmer kamen rund 300 Polizeibeamte. Es wurden im Laufe des Abends sechs Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet.

Friedensfest als Protest zum Rechtsrockkonzert

Am Freitag organisierten die Ostritzer ein Friedensfest, um gegen die Versammlung der Rechten zu protestieren.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat zur Eröffnung des Friedensfestes im sächsischen Ostritz das Engagement der Bürger für Weltoffenheit und Toleranz gewürdigt. "Ich bin hier, um Ihnen den Rücken zu stärken. Wir müssen gemeinsam Gesicht zeigen - Bund, Land, Kommune, diejenigen, die in der Bürgergesellschaft was machen", sagte die SPD-Politikerin am Freitagabend in der Stadt.

Giffey sagte, wichtig sei es, all denen, die das demokratische System beschädigen oder abschaffen wollten, die Stirn zu bieten. "Unsere Heimat, der Ostteil von Deutschland, muss zeigen, dass wir noch viel, viel mehr sind, dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die hier genau wissen, was Demokratie bedeutet und wie wichtig es ist, dafür auch einzutreten." Bereits im April und November 2018 hatten die Ostritzer mit Friedensfesten gegen Festivals protestiert, zu denen mehrere hundert Rechtsextremisten aus ganz Deutschland anreisten.

(Bild ist von dem letzten Rechtsrockkonzert in Ostritz im November 2018)

(be/dpa)