epa/Mikhail Metzel

Russland will zwischen Äthiopien und Ägypten vermitteln

23.10.2019 14:39 Uhr

Russland hat sich im Streit um Wasser für den größten Staudamm Afrikas offiziell als Vermittler zwischen Ägypten und Äthiopien angeboten. "Wir sind immer bereit", sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Sotschi.

Dort begann Russlands erster Afrika-Gipfel unter Leitung von Kremlchef Wladimir Putin und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi als Vorsitzender der Afrikanischen Union. Russland habe zu beiden Ländern "großartige Beziehungen" und kenne die Problematik. Es wäre das erste Mal, das ein nicht beteiligter Akteur in dem Streit vermittelt.

Russlands Afrika-Gipfel in Sotschi

Russland organisiert den ersten Afrika-Gipfel in der Schwarzmeer-Metropole Sotschi, weil es sich künftig deutlich stärker auf dem Kontinent engagieren will. Vizeminister Bogdanow äußerte die Hoffnung, dass es zwischen Al-Sisi und Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed, dem diesjährigen Friedensnobelpreisträger, zu direkten Gesprächen kommt.

Ägypten befürchtet im Zuge des in Äthiopien geplanten Staudamms Wasserknappheit. Industrie und Landwirtschaft und Millionen Haushalte sind dort auf das Nil-Wasser angewiesen. Betroffen ist auch der Sudan. Bei dem äthiopischen Nachbarn fließen der Blaue und der Weiße Nil zusammen. Äthiopien will den Stausee zur Stromgewinnung benutzen.

Die Gespräche für eine Lösung des Konflikts treten auf der Stelle. Es droht Gefahr für die Stabilität in der Region. Moskau hat noch aus Sowjetzeiten Erfahrungen mit Streitigkeiten ums Wasser. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es etwa zu einem Konflikt zwischen den zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, wo der Rogun-Staudamm steht, und Usbekistan, das Wassermangel beklagt.

Bei dem zweitägigen Afrika-Gipfel in Sotschi werden bis Donnerstag rund 10 000 Gäste aus mehr als 50 Ländern erwartet, darunter mehr als 40 afrikanische Staats- und Regierungschefs. Russland ist auf dem Kontinent vor allem als Waffen- und Rüstungsexporteur präsent, will aber deutlich aktiver auch in anderen Bereichen werden.

(an/dpa)

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