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Russland will zurück zur alten Liefermenge

7.5.2019 19:54 Uhr

Eine Rückkehr zu den üblichen Ölexporten hat Russland für die nächsten Wochen angekündigt. Die Lieferungen wurden wegen verunreinigtem Öl gedrosselt. "Was die Normalisierung der Lage betrifft, erwarten wir dies für die zweite Mai-Hälfte", sagte Energieminister Alexander Nowak am Dienstag. Normalisierung bedeute, dass die Druschba-Pipeline Richtung Polen und Deutschland komplett gesäubert sei.

Die Lieferungen sind wegen zu hoher Werte von organischem Chlorid, das Raffinerien nicht verarbeiten können, seit zwei Wochen ausgesetzt. Eigentlich war die Wiederaufnahme der Lieferungen schon für den 7. Mai in Aussicht gestellt worden. Nowak sagte, inzwischen sei die Ursache für die Verunreinigung gefunden. Vier Verdächtige aus verschiedenen Unternehmen seien festgenommen worden.

Pipeline führt durch Weißrussland und Polen

Wegen des Lieferstopps haben verschiedene osteuropäische Länder ihre Ölreserven angezapft. Deutschland hingegen hat dafür nach Angaben des Wirtschaftsministeriums keine Pläne. Die Versorgung sei gesichert. Über die Druschba("Freundschaft")-Pipeline werden täglich etwa eine Million Fass gepumpt, rund ein Prozent der weltweiten Nachfrage. Die Leitung führt über Weißrussland und Polen bis ins brandenburgische Schwedt. Sie hat aber auch einen südlichen Abzweig der weitere osteuropäische Länder versorgt.

Der Rohölpreis war wegen der Qualitätsprobleme und der Sperrung der Pipeline zwischenzeitlich auf den höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen. Nach Angaben von Händlern ist die Qualität des Öls, das am Ostseehafen Ust-Luga ankommt, inzwischen besser aber noch weit von den Grenzwerten entfernt. Anorganisches Chlorid wird bei der Ölförderung eingesetzt. Es muss aber vor dem Transport wieder herausgefiltert werden.

(an/reuters)