epa/Mikhael Klimentyev

Russland hofft weiterhin auf Atomabkommen mit dem Iran

6.1.2020 23:46 Uhr

Moskau sieht noch eine Möglichkeit, dass sich der Iran nicht komplett aus dem Atomabkommen zurückzieht. Alle Partner der Vereinbarung müssten weiter hart daran arbeiten, dass die Widersprüche des Abkommens von 2015 überwunden werden, teilte das Außenministerium am Montag in Moskau mit.

"Wir sehen kein anderes wirksames Rezept für die Rettung des Atomabkommens." Welche Widersprüche Moskau konkret beklagt, wurde zunächst nicht gesagt.

Für Moskau stellt Teheran keine Gefahr dar

Der Iran hatte am Sonntagabend angekündigt, keine Beschränkungen für die Anzahl und Modelle seiner Zentrifugen mehr zu beachten. Damit kann das Land sein Atomprogramm nun unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern. Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA werde aber weitergeführt.

Für Moskau ist diese Zusage ein Beleg dafür, dass von Teheran keine Gefahr für die Verbreitung von Atomwaffen ausgehe, heißt es in der Erklärung. Zugleich appellierte Russland: "Wir gehen davon aus, dass es für alle Partner weiterhin oberste Priorität hat, die umfassenden Vereinbarungen aufrechtzuerhalten und sie nachhaltig umzusetzen." Es sollten keine zusätzlichen Spannungen aufgebaut werden.

In dem Atomabkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Die USA zogen sich aber 2018 aus dem Vertrag zurück und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran. Im Mai vergangenen Jahres begann Teheran dann, schrittweise gegen Auflagen des Atomabkommens zu verstoßen. So reicherte es inzwischen mehr Uran auf höhere Konzentrationen an als im Abkommen erlaubt.

(an/dpa)

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