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Russland hält an Waffenlieferung fest

28.3.2019 13:30 Uhr

Trotz der Kritik aus Washington hält Russland an der militärischen Zusammenarbeit mit dem südamerikanischen Krisenland Venezuela fest. Ganz nach Plan laufe der Bau eines Werks für Kalaschnikow-Maschinenpistolen und eines Hubschrauber-Servicezentrums.

Das sagte der beim russischen Staatskonzern Rostec zuständige Direktor Viktor Kladow der Agentur Interfax am Donnerstag. Die Kalaschnikow-Produktionsstätte soll Ende des Jahres betriebsbereit sein.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Russland aufgefordert, sich aus Venezuela zurückzuziehen. Das hatte das Außenministerium in Moskau zurückgewiesen - und wiederum von Washington verlangt, seine Truppen aus Syrien abzuziehen. Moskau unterstützt im innenpolitischen Machtkampf in Caracas den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Dagegen steht Washington auf der Seite des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó.

Venezuela ist großer russischer Waffenkäufer

Am Wochenende waren in Venezuela zwei russische Militärmaschinen mit 99 Soldaten unter Führung des Kommandeurs Wassili Tonkoschkurow gelandet. Beide Länder haben ein Abkommen über die militärische Zusammenarbeit geschlossen. Die russischen Militärspezialisten hielten sich auf Basis normaler Beziehungen mit der rechtmäßigen Regierung dort auf, sagte der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow.

Venezuela gilt als größter Abnehmer russischer Waffen in Lateinamerika. Russland hat Moskauer Medien zufolge 100 000 Kalaschnikows vom Typ AK-103 sowie Panzer, Kampfflugzeuge, Militärhubschrauber und Luftabwehrsysteme an das Land geliefert. Der finanzielle Umfang der militärisch-technischen Zusammenarbeit wird auf 11 Milliarden US-Dollar (9,8 Milliarden Euro) geschätzt. Dafür hat Russland Kredite bereitgestellt.

(an/dpa)