epa/Miraflores Press

Russland gegen venezolanische Übergangsregierung

3.4.2020 23:56 Uhr

Die USA haben vorgeschlagen, dass in Venezuela eine Übergangsregierung gebildet wird. Dies wurde nun von Russland als absurd zurückgewiesen. Washington wolle so lediglich die schwierige Lage durch die Corona-Krise ausnutzen, um seine Macht in dem südamerikanischen Land auszuweiten, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

"Wenn wir uns die absurden Pläne mit Blick auf die Pandemie ansehen, dann hat das nichts mit Humanismus und Demokratieförderung zu tun."

Gemeinsame Übergangsregierung

Die USA hatten zuvor vorgeschlagen, dass die seit Jahren rivalisierenden politischen Seiten gemeinsam eine Übergangsregierung installieren und innerhalb der nächsten Monate eine Wahl organisieren sollten. Sollten diese Wahlen frei und fair verlaufen, könnten am Ende alle US-Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag in Washington. Die Führung in Venezuela unter dem autoritär regierenden sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro hatte den Vorschlag bereits zurückgewiesen.

Die US-Regierung gehört zu den erbittertsten Gegnern Maduros. Sie erkannte Oppositionsführer Juan Guaidó Anfang 2019 als legitimen Interimspräsidenten an. Seither fordert sie einen Machtwechsel. Guaidó kann sich in Venezuela bislang aber nicht durchsetzen. Maduro sitzt trotz verstärkter US-Sanktionen weiter fest im Sattel und sieht Moskau als einen seiner wichtigsten Verbündeten an.

Die Sanktionen verursachten im ölreichen Venezuela eine schwere Wirtschaftskrise; auch das Gesundheitswesen wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. In Venezuela gibt es nach offiziellen Angaben bislang 144 Corona-Infizierte, davon starben bislang drei Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

(an/dpa)

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