epa/Maxim Shipenkov

Russland gedenkt Rückzug aus Afghanistan

15.2.2019 22:58 Uhr

Vor dreißig Jahren hat Russland seine letzten Soldaten der Roten Armee aus Afghanistan abgezogen. Hunderte Veteranen in olivgrünen Uniformen marschierten am Freitag zum Klang einer Blaskapelle mit den Porträts gefallener Soldaten durch Moskau.

"Wir haben die Befehle des Mutterlandes ausgeführt", stand auf einem Transparent. Die verlustreiche Intervention zur Stützung der damaligen kommunistischen Regierung in Kabul ist heute zutiefst umstritten in Russland.

Jüngere Generation verliert Interesse an dem Krieg

Der Afghanistan-Veteran Andrej Gusew bedauerte, dass selbst seine Kinder sich nicht für den Konflikt interessierten, "als wenn es nur unser Krieg gewesen wäre". Laut einer Umfrage der Agentur WZIOM betrachten 42 Prozent der Russen die Intervention als falsch, während sie 31 Prozent als notwendig sehen. Allerdings unterstützen junge Russen, die nach dem Abzug der letzten Truppen am 15. Februar 1989 geboren wurden, eher den Einsatz.

Abzug der Roten Armee aus Afghanistan (Bild: imago/Russian Look).

Die Sowjetunion hatte 1979 Truppen entsandt, um die kommunistische Regierung in Kabul im Konflikt gegen islamistische Aufständische zu unterstützen. Nachdem der US-Geheimdienst CIA die afghanischen Mudschahedin mit modernen Waffen aufgerüstet hatte und sich ihnen tausende muslimische Freiwillige aus aller Welt angeschlossen hatten, war die Rote Armee nach zehn verlustreichen Jahren schließlich zum Abzug gezwungen.

(an/dpa)

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