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Russland: Britischer Botschafter besucht angeblichen Spion

4.1.2019 17:22 Uhr

Der US-Bürger, der in Russland wegen des Verdachtes der Spionage verhaftet wurde, hat die britische Botschaft um Unterstützung gebeten. Das bestätigte am Freitag das Außenministerium in Moskau, wie mehrere russische Medien berichten.

Die britische Botschaft in Moskau habe konsularischen Zugang zu dem Mann beantragt. Dies sei in Arbeit. Details wurden nicht genannt. "Er hat die britische Staatsbürgerschaft", hieß es aus dem Außenministerium. Den Berichten zufolge hatte sich Paul Whelan an die britische Botschaft gewandt.

Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt warnte Moskau in einem Interview des Senders Sky News vor einem "diplomatischen Schachspiel". Einzelne Menschen sollten nicht zu strategischen Zwecken eingesetzt werden, so Hunt.

US-Regierung drängt auf Aufklärung

Am Mittwoch hatte das US-Außenministerium mitgeteilt, dass Botschafter Jon Huntsman Whelan im Lefortovo-Gefängnis in der russischen Hauptstadt besucht habe. Die US-Regierung hatte von Russland dringend Aufklärung zu der Festnahme gefordert.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte den Mann in Moskau unter Spionageverdacht festgenommen. Er sei auf frischer Tat "bei einem Akt der Spionage" ertappt worden, teilte der FSB am Montag mit. Nähere Angaben zu den Umständen wurden nicht gemacht. Die Festnahme sei bereits am 28. Dezember erfolgt. Bei einer Verurteilung drohten dem Mann zwischen 10 und 20 Jahre Haft, hieß es in der FSB-Mitteilung.

(an/dpa)