epa/Sergei Chirikov

Russische S-400 wird ab Sonntag geliefert

5.7.2019 12:57 Uhr

Auf einen Höhepunkt steuert der Konflikt zwischen den beiden Nato-Partnern USA und Türkei zu. Die erste Lieferung des seitens der USA umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 für die Türkei wird einem Medienbericht zufolge schon am Sonntag in Russland in zwei Frachtflugzeuge verladen und dann in die Türkei transportiert.

Die Ladung solle "kommende Woche" in der Türkei ankommen, berichtete die türkische Nachrichtenplattform Habertürk am Freitag ohne Quellenangabe. Außerdem solle bis Montag für die Installierung ein Team russischer Techniker in die Türkei reisen.

USA gegen den Kauf von russischen Systemen innerhalb der Nato

Die US-Regierung ist strikt gegen den Kauf und Einsatz des russischen Systems im Nato-Luftraum und droht der Türkei mit Sanktionen. Sie befürchtet, dass Russland über das in der Türkei installierte System an Daten zur Fähigkeit der neuen amerikanischen Tarnkappenflugzeuge des Typs F-35 gelangen könnte. Die Türkei ist Partner beim Bau und soll selber um die 100 Kampfflugzeuge abnehmen. Das Pentagon macht sich Sorgen, dass die Kombination beider Systeme in der Türkei Russland ermöglichen könne, die F-35 auszuspähen und ihre Luftverteidigung so anzupassen, dass sie die US-Jets schlagen kann.

Die Türkei intensiviert seit Tagen ihre Versuche, diese Sorgen zu zerstreuen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Donnerstag, das System werde nur im Notfall eingesetzt. "Warum sollten die S-400 aus heiterem Himmel abgeschaltet werden? Dafür sind die Kosten zu hoch. Wir haben sie nicht gekauft, um sie als Spielzeug zu verwenden." In der Zeitung "Cumhuriyet hieß es zuvor, die S-400 werde mit einem unabhängigen Radar arbeiten und nicht mit anderen Systemen vernetzt.

Zunächst solle nur eine S-400-Batterie geliefert werden, berichtete Habertürk am Freitag weiter. Weitere Lieferungen sollten folgen. Die Zeitung "Cumhuriyet" hatte bereits berichtet, die erste Einheit werde auf der Luftwaffenbasis Mürted Hava Üssü (früher Akinci) in der Hauptstadt Ankara stationiert. Die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" ergänzte am Freitag, dort werde sie nur aufgebaut. Wo sie letztlich eingesetzt werde, sei noch unklar.

(dpa)

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