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Russische Luftangriffe fordern zwei Menschenleben in Syrien

13.3.2019 20:17 Uhr

Wie Aktivisten mitteilten, gab es zwei Tote bei einem russischen Luftangriff auf die Deeskalationszone in Syrien. In der Nähe von Idlib seien angeblich in einem Flüchtlingslager eingeschlagen, wobei dann zwei Frauen getötet worden wären. Zu den Toten würden noch rund 15 Verletzte kommen und darunter seien ebenso Kinder, hieß es seitens der Aktivisten.

Bei einem Luftangriff auf ein Rebellengebiet im Nordwesten Syriens sind Aktivisten zufolge mindestens zwei Frauen ums Leben gekommen. Die Raketen hätten nahe der Stadt Idlib ein Lager von Flüchtlingen getroffen, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Rettungsorganisation Weißhelme am Mittwoch. Es habe mehr als 15 Verletzte gegeben, darunter Kinder. Bilder eines Aktivisten zeigten einen metertiefen Krater. Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht überprüft werden.

Russland bestätigt entsprechende Angriffe auf Rebellen

Die Menschenrechtler machten die russische Luftwaffe für den Beschuss verantwortlich. Das angegriffene Gebiet liegt demnach in der «Deeskalationszone», auf die sich Syriens Verbündeter Russland sowie die Türkei als Unterstützer der Rebellen geeinigt hatten. Russische Jets hätten weitere Angriffe auf die Region geflogen, die zudem von syrischen Regierungstruppen beschossen worden sei, erklärten die Menschenrechtsbeobachter weiter. Die Weißhelme warfen Syriens Armee den Einsatz von Phosphormunition vor. Die staatliche Agentur Sana meldete hingegen Militärschläge gegen "Terrorgruppen".

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Abend den Luftangriff, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Ein Flugzeug habe ein Lager mit Waffen und Munition zerstört, in dem offenbar auch Drohnen für einen Angriff auf einen russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien gelagert gewesen seien, hieß es. Der Einsatz sei mit der Türkei abgestimmt gewesen. Angaben zu Opfern oder Verletzten wurden zunächst nicht gemacht. Die Region um Idlib ist das letzte große Rebellengebiet Syriens. Es wird im wesentlichen von der Al-Kaida-nahe Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) kontrolliert. Umgeben ist es von einer Pufferzone, auf die sich Russland und die Türkei im September geeinigt hatten. Sie soll eine Offensive der syrischen Regierungsanhänger verhindern.

(ce/dpa)