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Russische Delegation kommt zu Gesprächen nach Ankara

7.2.2020 12:48 Uhr

Nachdem die Situation im nordsyrischen Idlib zu Eskalieren droht, wird am Samstag eine Delegation aus Russland zu Gesprächen nach Ankara reisen. Das kündigte am Freitag der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu an. Zur Zusammensetzung der Gruppe gab es zunächst weder aus Ankara noch aus Moskau weitere Informationen. Wenn es nötig werde, könnten sich danach auch Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen - darauf hätten sich die beiden schon geeinigt, fügte Cavusoglu hinzu.

Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung, die in Idlib auf dem Vormarsch ist. Das Gebiet grenzt an die Türkei. Syrische und russische Angriffe haben jüngst Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben - auch in Richtung der türkischen Grenze.

Idlib ist nach fast neun Jahren Bürgerkrieg in Syrien das letzte große Rebellengebiet. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt Rebellen. Sie hatte sich mit Russland auf eine Deeskalationszone für Idlib geeinigt und zwölf Beobachtungsposten errichtet. In der Region leben geschätzt rund drei Millionen Menschen. Kontrolliert wird das Gebiet von der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe steht.

Drohungen an Damaskus

Erdogan hatte Damaskus Mitte der Woche scharf gedroht. Am Montag waren in Idlib unter syrischem Beschuss nach offiziellen Angaben sieben türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter des Militärs getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin einen Vergeltungsangriff gestartet, bei dem mehrere syrische Soldaten ums Leben kamen. Der Vorfall sei «der Anfang einer neuen Ära in Syrien» gewesen, sagte Erdogan. «Da, wo das Blut von türkischen Soldaten geflossen ist, können wir nicht zulassen, dass alles so weitergeht wie bisher.»

Erdogan warnte, dass jeder Angriff in Zukunft «ohne eine Warnung auf die gleiche Weise beantwortet» werde. Er stellte zudem Damaskus ein Ultimatum: Sollte sich das syrische Militär nicht noch im Februar von den türkischen Beobachtungsposten in Idlib zurückziehen, werde die Türkei gezwungen sein, die Sache «selbst in die Hand zu nehmen».

(be/dpa)

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