epa/Boris Pejovic

Russische Agenten wegen Putschversuch zu Haftstrafen verurteilt

10.5.2019 8:43 Uhr

Das Oberste Gericht Montenegros hat 13 Personen verurteilt. Sie sollen einen Putsch gegen den Langzeit-Herrscher Montenegros, Milo Djukanovic geplant haben. Sie erhielten Gefängnisstrafen zwischen einem und 15 Jahren, entschied das Gericht in Podgorica. Die höchsten Strafen erhielten zwei Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU, die in Abwesenheit zu 15 und 12 Jahren verurteilt wurden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Eduard Schischmakow und Wladimir Popow eine kriminelle Vereinigung zur Ausführung von terroristischen Akten in Montenegro gebildet hatten. Der gewaltsame Umsturz hätte nach Ansicht des Gerichts verhindern sollen, dass Montenegro im Jahr darauf der Nato beitritt.

Dujankovic sollte ermordet werden

Die Putschpläne sahen laut dem Gericht vor, dass die Gruppe im Oktober 2016, am Tag der Parlamentswahlen, den damaligen Ministerpräsidenten - und heutigen Staatspräsidenten - Djukanovic durch einen bewaffneten Angriff stürzen und töten wolle. Die meisten Angeklagten waren jedoch am Tag zuvor von der Polizei verhaftet worden.

Das Gericht verurteilte weiter zwei Spitzenpolitiker der oppositionellen, pro-russischen Demokratischen Front (DF), Andrija Mandic und Milan Knezevic, zu je fünf Jahren. Die beiden sollen mit den Putschisten zusammengearbeitet haben. Sie hätten beabsichtigt, das Land durch gewalttätige Demonstrationen ins Chaos zu stürzen. Es wird erwartet, dass die Verurteilten gegen die Urteile berufen werden. Die anderen Angeklagten, unter ihnen mehrere Serben, sollen an den Putschvorbereitungen beteiligt gewesen sein.

(an/dpa)