epa/Iranian Presidency Office

Ruhani droht mit Fortführung des Atomprogramms

8.5.2019 12:06 Uhr

Der Iran droht damit zu seinem umstrittenen Atomprogramm zurückzukehren. Ein Jahr davor haben die USA das internationale Atomabkommen einseitig aufgekündigt.

Präsident Hassan Ruhani sagte am Mittwoch in einer im iranischen Fernsehen übertragenen Rede, den verbliebenen Unterzeichner-Staaten des Atomabkommens von 2015 sei eine Frist von 60 Tagen gesetzt worden. In dieser Zeit müssten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China wie zugesichert dafür sorgen, dass die iranische Öl- und Finanzindustrie vor den Folgen von US-Sanktionen geschützt werde.

Offen für Verhandlungen

Andernfalls werde die Anreicherung von Uran wieder aufgenommen. Der radioaktive Stoff kann je nach Anreicherungsgrad für den Betrieb von Atommeilern oder aber für den Bau von Nuklearwaffen genutzt werden.

Ruhani sagte, sein Land werde mit einer "deutlichen Antwort" reagieren, sollte das iranische Atomprogramm erneut zum Thema im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) gemacht werden. Zugleich erklärte der Präsident, der Iran sei offen für Verhandlungen über die eigenen Nuklear-Aktivitäten. Zuvor hatten staatliche Medien bereits berichtet, der Iran wolle das internationale Atomabkommen nicht vollständig aufkündigen, aber einzelne "freiwillige Verpflichtungen" daraus reduzieren. Der Vertrag gilt als Meilenstein zur Lösung des jahrelangen Konflikts um das iranische Nuklearprogramm, dessen rein zivile Nutzung angezweifelt wird.

(an/reuters)