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Risikominimierung beim Hausbau

20.2.2020 16:22 Uhr

Das Eigenheim ist der Traum vieler. Hoffnungsvolle zukünftige Immobilienbesitzer sparen und legen jeden Cent beiseite, um so früher als möglich ihren Traum zu realisieren. Die Anschaffung einer Immobilie ist für die meisten die höchste Investitionen, die sie in ihrem Leben machen. Umso wichtiger ist es, sich der Risiken bewusst zu werden und diese wirksam zu mindern.

Andere Länder, andere Sitten

Ein Blick über die Landesgrenzen Deutschlands zeigt, dass in anderen Ländern völlig andere Maßstäbe an eine Immobilie angelegt werden. In den Niederlanden wird beispielsweise wesentlich kleiner gebaut und von vornherein damit gerechnet, mehrfach im Leben umzuziehen. In jungen Jahren leben Menschen in günstigeren Häusern mit weniger Komfort, danach ziehen sie in eine hochwertigere Immobilie um. Kurz gesagt: Die Deutschen bauen praktisch für die Ewigkeit, Niederländer jedoch für eine Lebensphase.

Auch in der Türkei herrschen andere Maßstäbe. Das gilt sowohl für die Aufteilung der Wohnfläche wie auch für die Ausführung der Bautechnik. Bevor junge Menschen sich in das Risiko Hausbau in Deutschland stürzen, sollten sie die Gelegenheit nutzen und beispielsweise bei einer Reise ins Ausland die Gepflogenheiten dort genauer betrachten.

Tipp: Ein Gap-Year muss nicht ausschließlich aus karriereorientierten Aktivitäten bestehen, obschon es dafür in erster Linie gedacht ist. Es eignet sich auch, um den eigenen Horizont in Sachen Immobilien zu erweitern.

Anbieter wie Schwäbisch Hall haben längst erkannt, dass sich die Ansprüche an ein Haus über die Jahre gesehen verändern. Es gibt hier ein Familienhaus im Programm, das mit den Bewohnern wächst. Es gibt sogar Hausmodelle, die die flexible Nutzung durch mehrere Generationen zulassen.

Haus bauen oder altes Haus kaufen?

Wer sich in Anbetracht der steigenden Mietpreise fragt, ob es sich nicht lohnt, statt Miete zu zahlen das Geld lieber in einer Hausfinanzierung zu stecken, steht vor der Frage, ob ein Neubau oder der Kauf eines bestehenden Hauses die bessere Option ist. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, es ist immer eine Einzelfallprüfung. Abgesehen davon sind in Punkto Finanzen die Risiken ähnlich gelagert.

Gutes Risikomanagement bedeutet, die Raten für ein Haus langfristig begleichen zu können, auch wenn das Leben böse Überraschungen bereithält. Bildquelle: pixabay.com / geralt

Risiken sind vergleichbar

Unabhängig davon, ob ein Haus gebaut oder ein bestehendes Objekt gekauft wird ,gibt es einige Risiken, die berücksichtigt werden müssen. Dazu gehört vor allem auch die Finanzierung. Immobilienfinanzierung ist eine langlaufende Verpflichtung, die nicht selten über 30 Jahre und mehr geht. Währenddessen kann sich vieles ändern, das Einfluss darauf nimmt. Im Folgenden werden die möglichen Finanzierungsrisiken vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, diesen Risiken zu begegnen.

Finanzierungsrisiko beim Hausbau

Die Finanzierung einer Immobilie ist das Herzstück des Eigenheims. .Baugeld ist zwar zur Zeit recht günstig, doch Immobilien verteuern sich rasant. Man bekommt einfach weniger für sein Geld als noch vor einigen Jahren. Hier steckt schon das erste Risiko: steigende Material- und Handwerkerpreise.

Wenn im Laufe der Zeit Reparaturen und Modernisierungen fällig werden, z. B. Investitionen in die Heiztechnik, Dämmung oder Elektrik anfallen, liegt ein Risiko darin, dass die Kosten zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme deutlich über dem Marktniveau von heute liegen. Wer aufgrund dessen nicht genügend Geld angespart hat, kann auf einen Privatkredit zurückgreifen. Privatkredite können von Banken oder von Plattformen vergeben werden. Dort beteiligen sich Privatpersonen an der Finanzierung, in der Fachsprache wird das Peer-to-Peer-Kredit genannt, kurz P2P-Kredit.

Diese etwas neumodische Art der Finanzierung bedeutet für Kreditnehmer oft höhere Zinsen und geringere Laufzeiten. Bankkredite, die maßgeschneidert auf die geplante Investitionen passen, nämlich zum Beispiel zweckgebunden zur Modernisierung der Heizungsanlage, sind in der Regel günstiger als Kredite über P2P-Plattformen. Deshalb ist eine Beratung in jedem Fall zu empfehlen. Immobilienbesitzer mit Finanzierungswunsch sollten die professionelle Dienstleistung versierter Berater in Anspruch nehmen, weil diese das aktuelle Marktgeschehen im Auge haben und dabei helfen, das passende Kreditpaket zu schnüren.

Verdienstausfall: Wenn ein Einkommen wegbricht

Eine Finanzierung stützt sich immer auf die finanziellen Rahmenbedingungen des Antragstellers. Das regelmäßige Einkommen spielt dabei eine zentrale Rolle. Angenommen, der Arbeitsplatz geht verloren oder es kommt ungeplant ein weiteres Kind zur Welt, verringert sich der finanzielle Spielraum einer Familie. In diesem Fall müssen Kreditnehmer aktiv werden.

  1. Steht ein Jobwechsel an und der Verdienst wird grundsätzlich dauerhaft niedriger sein, sollten sie das Gespräch mit der finanzierenden Bank suchen. Es besteht die Möglichkeit einen Kredit so zu verändern, dass die monatliche Belastung gemindert und die Laufzeit ausgedehnt wird.
  2. Vorsorge treffen lässt sich bereits, wenn der Vertrag zur Finanzierung der Immobilie geschlossen wird. Optional können Kreditnehmer die Möglichkeit des Tilgungssatzwechsels in ihren Vertrag inkludieren. Diese Option beinhaltet den Vorteil, dass die monatliche Belastung ganz unkompliziert an die aktuelle finanzielle Situation angepasst werden kann. Die Flexibilität bezahlen Kreditnehmer mit einem erhöhten Zinssatz, doch der Vorteil bei einer Immobilienfinanzierung die Ratenhöhe anpassen zu können ist langfristig gesehen sehr wertvoll.

Zinsanstieg: wenn die Anschlussfinanzierung teurer wird

Die Bauzinsen sind seit einiger Zeit verhältnismäßig niedrig. Lag der Bauzins im Jahr 2015 noch bei ca. 1 %, so bewegt er sich im Februar 2020 bei 0,51 %, Tendenz langsam ansteigend. Wer heute ein Darlehen für eine Baufinanzierung abschließt tut gut daran, eine möglichst lange Zinsbindung zu vereinbaren. Damit sichert man sich langfristig die günstigen Zinsen. Wer aber eine geringe Laufzeit wählt, weil er den kurzfristigen Sparvorteil realisieren will, hat das Risiko steigender Zinsen zu tragen.

Bausparkassen empfehlen hier den Bauspar-Kombikredit, der alternativ zu einem klassischen Bankdarlehen funktioniert. Auf diese Weise können Immobilien-Kreditnehmer günstige Zinsen beanspruchen und staatliche Fördermittel nutzen, die sogenannte Bausparprämie winkt. Mit Blick auf die aller Wahrscheinlichkeit nach wieder anziehenden Bauzinsen ist der Abschluss eines Forward Darlehens ebenso eine Überlegung wert. Dabei schließen Kreditnehmer verbindlich einen Vertrag über ein Darlehen ab, dass sie erst in der Zukunft (Forward) beanspruchen werden. Es gibt Forward-Darlehen mit einer Vorlaufzeit von bis zu 60 Monaten, die sind aber selten. 36 Monate sind eher üblich.

Todesfall: Versicherung rettet Immobilienbesitz

Ein weiteres Finanzierungsrisiko für Immobilien ist der Todesfall eines Partners. Zum einen kann dadurch ein Gehaltseingang wegfallen, zum anderen macht es die Neuorganisation des Alltags notwendig. Das geht auch damit einher, dass in punkto Job Abstriche gemacht werden müssen, um die Kinder zu versorgen. Weniger Geld und weniger Zeit führen in eine finanzielle Schieflage, die unter Umständen den Verlust der Immobilie nach sich ziehen kann. In diesem Fall helfen vorsorglich abgeschlossene Risiko Lebens- oder Restschuldversicherungen. Ebenfalls hilfreich sind Finanzierungen, die im Laufe der Zeit sinkender Raten aufweisen.

Fazit: Es ist ratsam bereits bei der Baufinanzierung weit vorauszudenken und die typischen (Lebens-) Risiken abzusichern.

(Hürriyet.de)

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