DHA

Ringer Afkari im Iran hingerichtet 

12.9.2020 18:40 Uhr

Das Todesurteil gegen den iranischen Ringer Navid Afkari ist am Samstag vom iranischen Mullah-Regime vollstreckt worden. Der 27-jährige wurde laut iranischen Nachrichtenagenturen im Gefängnis Adel-Abad in der südiranischen Stadt Schiras hingerichtet, sagte der Leiter der Justizbehörde der Fars Provinz, Kasem Mussawi, dem staatlichen Fernsehen. Nachdem das Urteil auch vom obersten Gerichtshof bestätigt wurde, fand die Hinrichtung in Anwesenheit der Opferfamilie statt, so Mussawi. Die iranische Justiz hatte Mittwoch die Kritik im eigenen Land und dem Ausland am Todesurteil gegen Afkari zurückgewiesen.

"Viele mischen sich einfach in Angelegenheiten ein, von denen sie weder genaue Informationen haben noch die notwendige juristische Kompetenz besitzen", sagte Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili. Afkari habe einen unschuldigen Menschen ermordet und das Urteil gegen ihn im Iran laute nicht Todesstrafe, sondern "Ghissas", so der Sprecher. "Ghissas" ist im islamischen Recht das Prinzip der Vergeltung, Blutrache oder Auge um Auge, worüber die Familie der Opfer entscheiden können.

Aus Protest gegen das Todesurteil hatte es zuvor eine internationale Solidaritätswelle mit Afkari gegeben. IOC-Präsident Thomas Bach hatte davon gesprochen, sich dem Athleten Afkari "nahe" zu fühlen. Man sei "überaus besorgt". Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch schwere Folter erzwungen worden.

(ce/dpa)

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