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Reus kam, passte und Schulz machte ihn rein - Deutschland schlägt Holland

24.3.2019 22:47 Uhr

Vor dem Spiel hatte man große Skepsis, ob die neu formierte Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Amsterdam gegen die Niederlande würde bestehen können. Doch die "jungen Wilden" aus Deutschland haben ihre Aufgabe erfüllt. Das Auftaktspiel zur EM-Qualifikation in Holland wurde 3:2 gewonnen und Löws Aufstellung bestätigt.

Erst brilliert, dann eingebrochen, am Ende aber doch gejubelt: Die stark verjüngte deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre erste große Reifeprüfung trotz einer bedenklichen Schwächephase gemeistert. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw feierte zum Auftakt der EM-Qualifikation bei den zuvor hochgelobten Niederländern einen 3:2 (2:0)-Erfolg. Nach dem ersten Sieg beim Erzrivalen seit 23 Jahren kann die DFB-Auswahl den weiteren Aufgaben auf dem Weg zur Endrunde 2020 äußerst positiv entgegenblicken.

Die starken Leroy Sane (15.), Serge Gnabry (34.) und Nico Schulz (90.) belohnten im ersten Pflichtspiel der von Löw ausgerufenen "neuen Zeitrechnung" mit ihren Toren in Amsterdam den in der ersten Halbzeit herausragenden Auftritt des viermaligen Weltmeisters. Matthijs de Ligt (48.) und Memphis Depay (63.) bestraften mit ihrem zwischenzeitlichen Ausgleich die lange Zeit passive Spielweise der Gäste im zweiten Durchgang, doch der Hoffenheimer Schulz mit seinem zweiten Länderspieltor ließ die Gäste unter dem Strich nicht unverdient jubeln. Ihr nächstes Qualifikationsspiel bestreitet das neuformierte Löw-Team am 8. Juni in Weißrussland.

Ohne den leicht angeschlagenen Reus in der Startelf

Löw überraschte in der Johan-Cruyff-Arena mit seiner Aufstellung. Der formstarke Marco Reus stand nicht in der Startelf, dafür machte der Bundestrainer mit Joshua Kimmich, Toni Kroos und Leon Goretzka die Mitte dicht. "Reus hat seit zwei Tagen Schmerzen im Oberschenkel. Das Risiko war zu groß", begründete Löw vor dem Anpfiff bei RTL seine Entscheidung. Im Gegensatz zum 0:3-Debakel in der Nations League an gleicher Stelle im Oktober und dem Länderspiel gegen Serbien am vergangenen Mittwoch (1:1) nahm Löw sieben Veränderungen in seiner Anfangsformation vor - und sein Team (Durchschnittsalter: 25,1 Jahre) zeigte ein neues Gesicht.

Gnabry prüfte schon nach zwei Minuten Jasper Cillessen im niederländischen Tor. Der erste Abschluss des Münchners hatte Signalwirkung. Die Doppelspitze Sane/Gnabry stellte die Defensive der Gastgeber um Virgil van Dijk mit ihrer Schnelligkeit und ihren Laufwegen immer wieder vor große Probleme. Unterstützung erhielt das Angriffs-Duo von Goretzka.

Die Gäste belohnten sich nach einer Viertelstunde für ihren couragierten Auftritt. Kroos und Nico Schulz spielten Sane frei, der einen Ausrutscher von Gegenspieler de Ligt eiskalt zu seinem dritten Länderspieltor nutzte.

Reus leitete das Siegtor ein

Die frühe Führung verlieh den Gästen zusätzliches Selbstvertrauen, auch wenn das hohe Pressing der Niederländer die deutschen Hintermannschaft um den neuen Abwehrchef Niklas Süle immer wieder Probleme bereitete. Auf Manuel Neuer war aber Verlass. Der zuletzt in die Kritik geratene Kapitän, der mit seinem 86. Länderspiel zu Torwart-Titan Oliver Kahn aufschloss, verhinderte mit zwei Glanzparaden gegen Ryan Babel den Ausgleich (25., 27.).

Danach bekam die deutsche Mannschaft das Spiel wieder in den Griff. Gnabry erhöhte mit seinem Traumtor von der Strafraumgrenze in den Winkel. Thilo Kehrer (39.) und Sane (40.) scheiterten danach an Cillessen. Die niederländischen Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Pfiffen in die Pause.

Das zeigte Wirkung. Angetrieben von Frenkie de Jong erhöhten die Gastgeber den Druck, die DFB-Auswahl stand nun sehr tief. Beim ersten Gegentreffer kam Innenverteidiger de Ligt zwischen Kehrer und Antonio Rüdiger zum Kopfball, Neuer war ohne Abwehrchance.

Oranje hielt das Tempo hoch, kombinierte nun flüssig, während die defensiv nun anfälligen Gäste nicht mehr für Entlastung sorgten. Die Folge war der Ausgleich durch Depay. Dem Spiel der Gäste fehlte in dieser Phase ein Anführer, der wieder Ordnung in die Aktionen brachte. Auch Kroos tauchte in der zweiten Hälfte ab. Nur ansatzweise befreite sich die DFB-Auswahl vom Druck der Niederländer.

(ce/afp)

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