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Reul fordert höhere Strafen für Kindesmissbrauch

5.12.2019 14:15 Uhr

Der Innenminister Nordrhein-Westfalens Herbert Reul fordert bei der Innenministerkonferenz in Lübeck härtere Strafen für Kindesmissbrauch. Darüber hinaus sollen entsprechende Vorstrafen erst wesentlich später aus dem Bundeszentralregister gelöscht werden.

Beide Forderungen bringt Reul bei der Innenministerkonferenz (IMK) ein, die am Mittwoch in Lübeck gestartet ist. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will Reul, dass die Innenminister sich offiziell für eine teilweise Verdopplung der Strafen bei Kindesmissbrauch und Kinderpornografie einsetzen.

Kindesmissbrauch soll Verbrechen, nicht Vergehen werden

So soll Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen - nicht nur als Vergehen - eingestuft werden, was mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft einherginge. Beim Besitz von Kinderpornografie soll künftig nach Reuls Willen bis zu fünf Jahre statt bis zu drei Jahre drohen. Bei schwerem sexuellen Missbrauch solle die Höchststrafe von fünf auf zehn Jahre steigen.

"Wir brauchen dringend höhere Strafen"

"Wir brauchen in diesem Bereich dringend höhere Strafen. Die Täter müssen wissen, dass es, wenn sie erwischt werden, richtig weh tut", sagte Reul. Das Bundesjustizministerium stehe hier "auf der Bremse", so Reul. Dem Vernehmen nach fordert er bei der Innenministerkonferenz auch eine "deutliche Verlängerung" der Tilgungsfristen für das Bundeszentralregister und der Fristen für die Nichtaufnahme in polizeiliche Führungszeugnisse für Straftäter aus dem Bereich Kindesmissbrauch und Kinderpornografie. So solle verhindert werden, dass Verurteilte in Zukunft noch Berufe in der Nähe von Kindern ausüben können. Die Innenministerkonferenz geht bis Freitag.

(be/dpa)

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