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Rettungshunde helfen bei der Suche nach Erdbeben-Opfern

30.1.2020 8:46 Uhr

Nach dem heftigen Erdbeben in Elazig mit insgesamt 41 Toten und mehr als 1600 Verletzten wurden zahlreiche Einsatzkräfte aus Ankara ins Krisengebiet geschickt. Darunter auch drei Spür- und Rettungshunde. Zwei davon, „Ex“ und „Dora“, konnten ein Opfer lebend und sieben Tote unter den Trümmern aufspüren. Wie sich später herausstellte handelte es sich bei den ausgebildeten Rettungshunden um einstige Straßenhunde.

Von Straßenhunden zu ausgebildeten Rettungshunden: Dora und Ex (Bild: dha)

Unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses suchten die Spezialisten nach Überlebenden. Sieben Menschen konnte die Einheit lebend bergen, für 15 weitere Menschen kam allerdings jede Hilfe zu spät. Die größte Hilfe beim Aufspüren der Verschütteten waren dabei die drei Hunde der Staffel.

Ex und Dora schlugen beide an einer Stelle an und konnten so einem Menschen das Leben retten. Sieben der fünfzehn toten Opfer waren unter den Hausmauern nur mithilfe der Hunde ausfindig zu machen.

Vom Findling zum Rettungshund

Der erst zweijährige „Ex“ wurde als Welpe im Alter von zwei Monaten von Feuerwehrmann Dincer Gül auf der Straße gefunden und aufgenommen. Mit der Zeit erkannte Gül die Talente des jungen Hundes, wollte ihm eine Aufgabe im Leben geben und bildete ihn schließlich bis zur internationalen Zulassung als Rettungshund aus.


Ein Rettungshund bei der Arbeit (Bild: dha)

Halil Ibrahim vom selben Team der Feuerwehr Ankara fand die heute sechsjährige Hündin "Dora" neben einem Müllcontainer. Gerade einmal drei Monate alt, voller Angst und übersät mit Verletzungen lag sie da, erzählt er. Er habe solches Mitleid empfunden, dass er sie nicht auf der Straße lassen wollte und nahm sie mit nach Hause. Sie sei so ängstlich gewesen, dass sie selbst vor Streicheleinheiten zurückgezuckt sei. Vor großen Hunden sei sie geflüchtet. Aber die Hündin gewöhnte sich an ihr neues Herrchen. Nach einer Weile nahm der Feuerwehrmann Dora mit auf die Wache. Da kam die Idee auf, sie als Rettungshund auszubilden. Jede der Prüfungen absolvierte sie mit Bravour, sodass sie schließlich die sechsmonatige Ausbildung mit Erfolg abschloss.

Mitglieder der internationalen Rettungshundestaffel

Bei den Tests der internationalen Rettungshunde in Afyon konnte Dora 5 der sechs Hilfsbedürftigen aufspüren. Somit erhielt die ehemalige Straßenhündin das Zertifikat der anerkannten internationalen Rettungshundestaffel.

"Die Hilfe der Rettungshunde ist in solchen Erdbebengebieten unermesslich", sagt Ergin Yilmaz, Rettungshund-Ausbilder der Einheit K9 von der Großstadt-Feuerwehr in Ankara und freut sich über den glücklichen Werdegang seiner Teammitglieder Ex und Dora.

(Berna Ehrhardt)

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