Hürriyet

Restauration der antiken Stadt Aizanoi in der Türkei

4.7.2020 11:01 Uhr

Einsam liegt der Zeus-Tempel der antiken Stadt Aizanoi im anatolischen Hochland, etwa 50 Kilometer südwestlich der Stadt Kytahya. Archäologen haben nun mit der Restauration begonnen.

Der Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr. erbaute Zeus-Tempel von Aizanoi gilt als einer der am besten erhaltenen römischen Tempel der Türkei. Die Hälfte seiner 48 Säulen steht noch; hierbei handelt es sich um die Säulen auf der West- und Nordseite. Von seiner Cella, also dem inneren Hauptraum, sind eine lange und eine kurze Seite erhalten. Der Tempel wurde auf einem Kybele-Heiligtum errichtet, das bis heute als eine Art Keller darunterliegt. Rund um den Tempel liegen verschiedene Reliefs.

Theater und Stadion

Zwischen 1970 und 2011 wurden die Ausgrabungen vom Deutschen Archäologischen Institut durchgeführt. Dabei wurden ein aus dem zweiten Jahrhundert errichtetes Theater sowie ein Stadion freigelegt, die in ungewöhnlicher Weise miteinander verbunden sind. Erdbeben und andere Naturkatastrophen sollen diese beiden Bauwerke sowie zwei öffentliche Bäder zerstört haben. Gefunden wurden auch die Überreste von fünf Brücken. Die Penkalas-Brücke über den gleichnamigen Fluss ist noch heute sehr gut erhalten.

Heimat vieler Völker

Unter Archäologen und Historikern wird Aizanoi, das seit dem Jahr 2012 in der Liste des UNESCO Welterbes steht, mit der antiken Stadt Ephesus verglichen. Man geht davon aus, dass es in Aizanoi wie auch im benachbarten Kytahya einen Bevölkerungsgruppenwechsel gegeben hat. Hethiter, Perser, Makedonier, Römer, Byzantiner, Seldschuken, Armenier, Griechen und Osmanen – sie alle sollen dort sesshaft gewesen sein. Ihre Glanzzeit soll die Stadt im dritten und vierten Jahrhundert erlebt haben.

Eine weitere touristische Attraktion

Elif Özer, Professor für Archäologie an der Universität von Pamukkale, sagte zu den bevorstehenden Arbeiten, dass er und sein Team sich zuerst um das Theater und das Stadium kümmern werden. Das Theater hatte eine Kapazität von 20.000 Menschen, in das Stadium haben 13,500 Besucher hineingepasst. Angaben Özers zufolge unterstützen das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus sowie ein Geschäftsmann aus Kütahya die Restauration dieser beiden Bauwerke finanziell.

Für das Projekt ist eine Dauer von sechs Jahren angesetzt. In dieser Zeit ist das Team bestrebt, dem Theater und dem Stadion ihr einstiges Aussehen wiederzugeben. Damit soll eine weitere Touristenattraktion des Landes geschaffen und auch die Region interessanter gestaltet werden.

(jk)

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