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Republik Zypern beschließt neues Gasabkommen mit internationalen Unternehmen

8.6.2019 10:33 Uhr

Die Regierung der Republik Zypern hat mit internationalen Unternehmen einen Vertrag über die Verteilung der Einnahmen aus der Erdgasförderung aus dem Aphrodite-Feld im östlichen Mittelmeer abgeschlossen, der von der Türkei kritisiert wurde. Der Süden der Insel wird der Republik Zypern beherrscht, die auch völkerrechtlich als Gesamtregierung des Eilands angesehen wird. Der Nordteil der Insel steht unter türkischer Kontrolle, doch dem Norden wird die internationale Anerkennung völkerrechtlich verweigert und nur von der Türkei als Staat der Türkischen Republik Nordzypern anerkannt.

Die Republik Zypern wird nach einem neu ausgehandelten Vertrag mit Shell, Noble aus den USA und Delek aus Israel in 18 Jahren schätzungsweise 9,3 Milliarden US-Dollar verdienen, sagte der zypriotische Energieminister. George Lakkotrypis sagte, dass der neu ausgehandelte Deal mit den Unternehmen voraussichtlich 520 Millionen US-Dollar pro Jahr als Staatseinnahmen einbringen wird. Das stößt in der Türkei auf Kritik und Widerstand.

9 Milliarden US-Dollar an möglichen Einnahmen für Zypern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am 7. Juni versprochen, keine vollendeten Tatsachen in der Region zuzulassen. "Unsere Brüder in Nordzypern haben auch Rechte im östlichen Mittelmeerraum", sagte er am 7. Juni in Istanbul gegenüber Reportern, als er nach dem Deal der Republik Zypern gefragt wurde. "Wir sind entschlossen, ihre Anteile zu schützen. Wir werden nicht zulassen, dass diejenigen, die keine Verbindungen zur Region haben, diese Rechte beanspruchen", fügte er hinzu.

Der Vertrag beinhaltet auch den Transfer von Erdgas per Unterwasser-Pipeline zum ägyptischen Flüssiggas-Terminal Idku. "Wir glauben, dass es unter den gegebenen Umständen ein gutes Geschäft ist, das es der Republik Zypern ermöglichen wird, erhebliche kommerzielle Einnahmen zu erzielen und die sich in 18 Jahren voraussichtlicher Lebensdauer Gasquelle auf über 9 Milliarden US-Dollar geschätzt werden", sagte Lakkotrypis gegenüber Reportern. Laut Lakkotrypis war das Konsortium im Rahmen des neuen Vertrags verpflichtet, eine enge Frist einzuhalten, um die Gasreserven zu erschließen.

Türkei will Ansprüche von Nordzypern schützen

"Auf der Grundlage des von uns diskutierten Entwicklungs- und Produktionsplans erwarten wir, dass das erste Gas zwischen 2024 und 25 gefördert wird", sagte er. Das Konsortium war zuvor nicht verpflichtet, sich an einen Zeitplan zu halten. Die Republik Zypern hat die Suche nach Offshore-Energieressourcen trotz des Einbruchs der Verhandlungen zur Beendigung der jahrzehntelangen Teilung der Insel im Jahr 2017 vorangetrieben. Die Türkei hat die Bohrungen der zypriotischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum immer wieder kritisiert und erklärt, dass das türkische Nordzypern auch Rechte an den Ressourcen in der Region habe.

"Die Türkei weiterhin die Rechte des Festlandsockels der türkischen Zyprioten schützen, solange die griechisch-zypriotische Seite ihren gleichberechtigten Partner der Insel nicht in den Entscheidungsprozess für Ressourcen einbezieht oder die einseitige Ressourcenförderung beendet", hieß es in einer Erklärung. Das Ministerium stellte fest, dass die Türkei seit 2004 eindeutig ihre Haltung gegenüber dem Kontinentalschelf im östlichen Mittelmeerraum unter Beweis gestellt hat. Das türkische Außenministerium erinnerte an seine Position zu den Abkommen über die ausschließliche Wirtschaftszone, die griechische Zyprioten mit regionalen Ländern geschlossen haben und betonte, dass diese Abkommen weder für die Türkei noch für türkische Zyprioten gelten.

(Hürriyet.de)

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