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Renn-Hidschab für Joggerinnen empört Frankreich

26.2.2019 17:45 Uhr

Ein Kopftuch für Joggerinnen sorgte in Frankreich für große Empörung. Als die Sportartikel-Kette Decathlon den sogenannten Renn-Hidschab auf der französischen Webseite des Unternehmens zum Kauf angeboten hat, musste Decathlon heftige Reaktionen bis hin zu Boykott-Aufrufen wegstecken. Dabei ist es nicht das erste Unternehmen, das solch eine Kopfbedeckung an den Markt bringt.

Der muslimische "Hidschab" ist ein Kopftuch, das Haare und Hals bedeckt.

Zunächst erklärte das französische Unternehmen auf Twitter, dass die Kopfbedeckung nur in Marokko erhältlich sei. Dann hieß es, dass der "Hidschab" bald auch in Frankreich verkauft werde, aber aus Versehen zu früh auf der Webseite veröffentlicht worden sei. "Seien Sie versichert, wir leugnen keinen unserer Werte. Wir haben immer alles getan, um den Sport überall auf der Welt zugänglicher zu machen. Dieser Hidschab war ein Bedürfnis einiger weiblicher Läuferinnen", schrieb Decathlon am Montag und reagierte damit auf heftige Kritik.

Verbot der Vollverschleierung in Frankreich

Auch französische Politiker sprechen sich gegen das neue Produkt aus. "Der Sport ist emanzipiert. Er unterwirft sich nicht. Meine Wahl als Frau und als Bürgerin wird es sein, einer Marke, die mit unseren Werten bricht, nicht mehr zu vertrauen", schrieb Aurore Berge von der Regierungspartei La Republique en Marche auf Twitter. Gesundheitsministerin Agnes Buzyn erklärte, dass der Verkauf zwar legal sei, aber sie die Idee dahinter nicht teile. "Ich hätte es vorgezogen, wenn eine französische Marke nicht für den Schleier geworben hätte", sagte sie dem französischen Sender RTL.

Der "Hidschab" soll nun in den kommenden Wochen in Frankreich und auf Wunsch auch weltweit erhältlich sein - aber keinesfalls das Gesicht bedecken, so Decathlon. In Frankreich ist Vollverschleierung verboten. Vor gut zwei Jahren löste das Verbot der muslimischen Badebekleidung Burkini an einigen französischen Strände eine heftige Debatte aus. Decathlon ist nicht der einzige Sporthersteller, der Kopfbedeckungen für muslimische Athletinnen verkauft. Auch die US-amerikanische Firma Nike zum Beispiel entwickelte eine solche Kopfbedeckung.

(sis/dpa)