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Reiseverband: 66 Prozent der Reisebüros sehen Existenz gefährdet

28.8.2020 9:16 Uhr

Die Coronavirus-Pandemie hat die Tourismusbranche besonders hart getroffen. Flugverboten, Reisewarnungen, die Angst vor einer Ansteckung – viele Reisebüros und Reiseveranstalter sehen nun ihre Existenz bedroht, wie aus einer Umfrage des Deutschen Reisevarbandes (DRV) unter 650 Branchenunternehmen hervorgeht.

DRV-Präsident Norbert Fiebig dazu: "Unser Branchencheck belegt eindrucksvoll, dass die Krise für die Reisewirtschaft noch lange nicht vorbei ist. Die Reisebüros und Reiseveranstalter in Deutschland gehen im Moment durch eine sehr harte Zeit. Viele Unternehmen sind in ihrer Existenz bedroht und müssen kämpfen, um die Krise zu überstehen."

Existenzängste in der Reisebranche

66 Prozent der Reisebüros sehen durch die Corona-Krise nach eigenen Angaben ihre Existenz bedroht, bei den Reiseveranstaltern ist es rund die Hälfte der Befragten. Die Reisebüros hoffen aber darauf, die wirtschaftliche Tätigkeit trotzdem aufrechterhalten zu können.

Die Hälfte der Reisebüros musste Mitarbeiter entlassen

Aus der Umfrage geht hervor, dass rund die Hälfte aller Reisebüros bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen musste oder dies voraussichtlich noch tun muss. 70 Prozent der Reisebüros melden, dass ihr Umsatz in diesem Jahr weniger als 25 Prozent des Vorjahresumsatzes beträgt. Bei den Reiseveranstaltern sind es rund zwei Drittel.

Fast 80 Prozent der Reisebüros und 85 Prozent der Reiseveranstalter mussten Kurzarbeitergeld beantragen - viele davon erwarten, dass sich dies auch im nächsten Jahr nicht ändern wird.

Auszahlung von Überbrückungsgeldern schleppend

Während 85 Prozent der Reisebüros Überbrückungsgelder beantragt haben, warten 70 Prozent immer noch auf eine Auszahlung. Auch bei den Reiseveranstaltern haben 76 Prozent der Befragten die Überbrückungsgelder beantragt, 70 Prozent warten immer noch auf die Zahlung.

Für die deutschen Reiseveranstalter ist eine Verlängerung und Anpassung der Überbrückungshilfen lebenswichtig. Mindestens ebenso bedeutend sind aber verlässliche Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können. Widersprüchliche Signale seitens der Politik, etwa was die Bedeutung von Reisewarnungen betrifft, sind nicht hilfreich. "Wir brauchen verlässliche Kommunikation und, wo möglich, differenzierte Reisehinweise statt pauschaler Reisewarnungen", so Norbert Fiebig in einer Pressemitteilung des DRV.

(be)

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