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20 Verbände fordern von Ursula von der Leyen Streichung aller Quarantäneregeln

21.9.2020 17:50 Uhr

20 Verbände der Verkehrs- und Reiseindustrie aus Europa haben sich mit Forderungen an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gewandt. Sie appellieren an von der Leyen sich dafür einzusetzen, dass sämtliche Quarantäneregeln fallen. Dafür sollen zwingend vorgeschriebene Tests auf dem Programm stehen. Man will eine Regelvereinheitlichung, um Jobs zu sichern.

Die Reise- und Verkehrsbranche in Europa ist durch die Pandemie des Coronavirus arg gebeutelt. Sah man im August noch Licht am Ende des Tunnels, als der Rückgang an Flughäfen im Vergleich zu 2019 "nur noch" bei 65 Prozent lag, sieht der September erneut düster aus. Das Passagieraufkommen liegt wieder 73 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Dadurch, so die Verbände in ihrem Appell an Frau von der Leyen, droht jede Erholungsphase im Keim zu ersticken. Und ein gravierender Grund dafür seien die unterschiedlichen Regelungen in den EU-Ländern. Hier müsse eine einheitliche und verbindliche Lösung geschaffen werden.

Die Reiseverbände sprechen von "einer chaotischen Situation", die es aufzulösen gälte. Hier sei Ursula von der Leyen persönlich gefordert und müsse zeitnah mit den Staats- und Regierungsverantwortlichen in den fruchtbaren Dialog gehen, um Arbeitsplätze und Unternehmen zu retten. Dabei ist es eigentlich nur natürlich, dass es wieder stärkere Restriktionen gibt, denn die Zahlen überall in Europa ziehen derzeit wieder massiv an. Teilweise befindet man sich sogar wieder auf dem April-Niveau – also inmitten der Hochzeit der Pandemie von Covid-19. Trotzdem appellieren die Reiseverbände, dass man den Flickenteppich an unterschiedlichsten Lösungen beendet.

"Test bei Einreise" soll das Ziel sein

EU-Kommissionschefin von der Leyen soll sich dafür einsetzen, dass sämtliche Quarantäneregeln fallen. Dafür sollen zwingend vorgeschriebene Tests auf dem Programm stehen. Test statt Quarantäne. Einer besonderen Situation sehen sich dabei die deutschen Reiseverbände ausgesetzt. In Deutschland soll ab dem 1. Oktober das "Ampel-System" greifen. Das ist mit einer Quarantäne von bis zu zehn Tagen verbunden. Auch dagegen laufen die Reiseverbände Sturm und fordern, das System "Test bei Ankunft" beizubehalten – wie es sich mit der Türkei als wirksam erwiesen haben soll. Die Verbände argumentieren damit, dass man auch in Coronazeiten die Reisefreiheit gewährleistet sehen wolle.

Die EU-Minister werden am 22. September über das geplante "Ampel-System" beraten. Hierbei geht es darum, dass Schwellenwerte festgezurrt werden. Die Ampel würde automatisch dann für eine Region X oder ein Land X auf Rot wandern, wenn im Laufe von zwei Wochen 150 Infektionen je 100.000 Menschen geknackt würden. Alternativ und in Bezug auf kleinere Länder würde die Zahl bei 50 Neuinfizierten liegen, sofern die Infiziertenquote über drei Prozent der Tests abbildet. Doch bereits jetzt monieren EU-Länder, dass ihre Testkapazitäten nicht ausreichen würden und auch das Nachverfolgen Schwierigkeiten bereiten würde. Darum wird von dort dafür plädiert, die Einreiseregeln zu verschärfen.

(ce)

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