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Reise nach Marokko

29.3.2019 23:58 Uhr

Zu einem kurzen Besuch nach Marokko bricht Papst Franziskus am Samstag auf. Im Zentrum der zweitägigen Reise stehen der interreligiöse Dialog und das Thema Migration. Nach der Ankunft in Rabat steht der übliche Höflichkeitsbesuch bei Gastgeber König Mohammed VI. an. Später am Nachmittag soll der Papst eine Imamschule besuchen und anschließend Migranten begegnen. Vor seiner Abreise am Sonntagnachmittag will der Pontifex eine Messe feiern, zu der zwischen 7.000 und 10.000 Gläubige erwartet werden.

In Marokko ist der Islam Staatsreligion. König Mohammed VI. beansprucht nicht nur die weltliche Macht, sondern sieht sich auch als "Oberhaupt der Gläubigen" - nicht nur für die mehr als 99 Prozent Muslime im Land, sondern auch für die dort lebenden Christen und Juden. Laut Vatikan sind nur rund 23 000 Menschen katholisch - und die meisten von ihnen sind Zugezogene.

Zu Tausenden wagen Migranten den Weg über das Mittelmeer

Marokko ist mit Blick auf die Migration nach Europa zuletzt verstärkt in den Fokus gerückt, weil von dort aus Zehntausende Migranten die Überfahrt nach Europa wagen. Dem Papst sind die schutzsuchenden Menschen ein Herzensanliegen, er ruft immer wieder zu mehr Solidarität mit Migranten auf.

Marokko wird allerdings für seinen Umgang mit Migranten auch kritisiert. Nicht selten werden Migranten aus Ländern der Subsahara in Bussen von der Mittelmeerküste im Norden in südliche Landesteile transportiert. Die Bischöfe des Landes äußerten im Vorfeld der Reise die Hoffnung, dass der Papst-Besuch ein Zeichen setzen könne.

Für Franziskus ist es die erste Reise nach Marokko. Vor ihm besuchte Papst Johannes Paul II. 1985 das nordafrikanische Königreich.

(an/dpa)