Andy Wenzel/APA/BUNDESKANZLERAMT/dpa

Reise in Türkei erschwert: Österreich verhängt höchste Warnstufe für Westbalkan

1.7.2020 14:26 Uhr

Österreich packt die Reisekeule für den Westbalkan aus. Susanne Raab (ÖVP), Integrationsministerin von Österreich und Alexander Schallenberg (ÖVP), Außenminister von Österreich, erklärten auf einer Pressekonferenz, wie es zu der höchsten Warnstufe bei Reisewarnungen kam, wenn man in den sechs Ländern des Westbalkans seinen Urlaub verbringen möchte. Und auch für die Türkei gilt die Sicherheitsstufe 6, die höchste der möglichen Warnstufen.

Das Außenministerium von Österreich hat für die Westbalkan-Staaten die maximal mögliche Reisewarnstufe verhängt. Grund: Hohe Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Das jedenfalls berichtet der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg von der ÖVP am Mittwoch. Folgende Staaten sind davon betroffen: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Schallenberg begründete den Schritt damit, dass man in Sachen Reisefreiheit von sehr weit von der Normalität entfernt sei. Man habe im Land bereits Infektionsfälle von Personen verzeichnet, die aus den betreffenden Ländern eingereist seien. Man würde ebenso sehen, dass dort Fallzahlen steigen und nicht abnehmen. Man gehe davon aus, dass sich die Situation in den angesprochenen Ländern nicht verbessert, sondern verschlechtert. Auch Slowenien und Kroatien seien auf dem Radar, wo man Cluster von Neuinfektionen sehen könne.

Türkei hat ebenso Sicherheitsstufe 6

Sicherheitsstufe 6 bei der Reisewarnung von Österreich bedeutet, dass Österreicher aufgefordert werden, diese Länder zu verlassen. Hinzu kommt das, was sowieso schon Pflicht ist: 14-tägige Quarantäne bei der Einreise aus den betroffenen Ländern. Österreich fordert dazu auf, man solle diese Warnstufe sehr ernst nehmen. Und man habe einen besonderen Grund, so vorzugehen, betont das Außenministerium. Viele Menschen in Österreich hätten dort familiäre Wurzeln und würden in den Westbalkan zu Familienbesuchen fahren. Man wäre sich über die Tragweite bewusst und wisse, dass es für diese Menschen nicht leicht sei. Gerade jetzt in den Sommerferien. Aber man sähe keine anderen Mittel.

Integrationsministerin Susanne Raab von der ÖVP argumentierte auf gleicher Ebene und bat die Menschen, sich an die Warnungen zu halten, auch wenn es schwerfallen würde. Man würde nun gezielt Menschen, die ihre Wurzeln im Westbalkan oder der Türkei haben mit einer Kampagne informieren. Man warnte ebenso seitens des Innenministeriums in Person von Innenminister Karl Nehammer von der ÖVP davor, dass man bei der Rückreise das Coronavirus mit sich führen könne - als Reisegepäck. Österreich werde, das sei klar, "intensiv an den Grenzen kontrollieren". Zusätzlich solle es 1500 Polizisten geben, die dem Grenzschutz zugeteilt würden. Eine Einreise ohne Test sei kein Kavaliersdelikt. Es würden Strafen von 1450 Euro drohen. Die Reisewarnung in Österreich, die auch Menschen mit türkischen Wurzeln betrifft, erreicht damit knapp 300.000 Menschen in Österreich, die türkischstämmig sind. Plus rund 550.000 Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

(ce)

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