DHA

Reise in die Türkei: Serbien kontrolliert stärker illegale Geld-Einfuhren

31.7.2020 15:11 Uhr

Wer Bargeld, Schmuck oder wertvolle Gebrauchsgegenstände in Länder der EU einführt, muss das ab einer Summe von 10.000 Euro (pro Person) deklarieren. Gerade Serbien hat jetzt die Kontrollen nachhaltig verstärkt, wie die Tageszeitungen Milliyet und Hürriyet berichten. Fast 5,5 Millionen an Bargeld haben die serbischen Zollbehörden im Jahr 2020 schon abgefangen. Die Autoroute ist für den Bargeldschmuggel von daher nicht mehr gefahrloser als das Fliegen. Das Risiko des Erwischtwerdens wächst durch technische Möglichkeiten mit jedem Tag.

Wer mit dem Ziel Türkei auf dem sogenannten "Sila Yolu" durch Serbien reist, muss sich auf verschärfte Kontrollen gefasst machen. Dabei wird nicht nach Drogen gesucht, sondern nach Geld. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurde so geschmuggeltes und nicht ordnungsgemäß angegebenes Bargeld in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro von den serbischen Behörden konfisziert. Jeder Betrag über 10.000 Euro – ob als Bargeld, Schmuck, Gold oder teure Gebrauchsgegenstände – ist bei der Aus- und Durchreise zu deklarieren. Wer das unterlässt, macht sich strafbar.

Geld, Gold, Schmuck und Gebrauchsgegenstände über 10.000 Euro sind anmeldepflichtig

Den serbischen Staat wird es freuen, sind doch die Beschlagnahmungen ein "nettes Zubrot". Und sie haben sich zu echten Aufspür-Profis entwickelt, kennen die Verstecke genau. Ganz gleich, ob das Geld oder das Edelmetall sich in präparierten Gürteln, Bettwäsche, Kleidung, Koffern, Schuhen oder getarnt im Fahrzeug befindet, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass der Zoll es findet. Der technische Fortschritt ist hierbei eine große Hilfe, um Devisenschmuggel zu unterbinden. Dabei geht es nicht einmal mehr nur um Kleinbeträge über der Anmeldegrenze, wie Milliyet und Hürriyet berichten. Ein Paar trat die Reise mit versteckten 400.000 Euro an, ein weiterer türkischer Staatsbürger wollte 200.000 Euro am Zoll vorbeilancieren und fiel auf.

Auf die Geldschmuggler wartet massives Ungemach. Nicht nur, dass man sich theoretisch dort, wo man erwischt wird, vor Gericht verantworten muss. Der Schmuggelversuch wird auch an die Behörden der Wohnorte gemeldet, was möglicherweise die Steuerfahndung auf den Plan bringt. Zudem kann man, wenn der Geldbetrag, den man schmuggeln will, höher ist, auch einige Tage und Nächte im eher ungastlichen Polizeigewahrsam verbringen, bis das Gericht über eine Untersuchungshaft entscheidet. Zudem muss man nachweisen, woher stammt das Geld, der Schmuck oder die teuren Gegenstände, wenn man es zurückerlangen will. Kann man das nicht lückenlos belegen, ist der "Reichtum" unwiderruflich weg.

(ce)

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