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Regierungschef will Präsident werden

9.8.2019 14:21 Uhr

Regierungschef Youssef Chahaed will nach dem Tod des tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi neues Staatsoberhaupt des nordafrikanischen Landes werden. Der 43-Jährige reichte am Freitag seine Bewerbungsunterlagen für die Präsidentenwahl im kommenden Monat ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur TAP meldete.

Chahed ist der prominenteste unter den bisherigen Bewerbern für die Abstimmung. An diesem Freitag endet die Bewerbungsfrist für die Kandidaten.

Die Wahl war nach dem Tod Essebsis auf den 15. September vorgezogen worden. Tunesien ist das einzige Land der Region, das nach den arabischen Aufständen im Jahr 2011 den Übergang in die Demokratie geschafft hat. Allerdings steht die Regierung vor großen Problemen, nicht zuletzt wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Beobachter warnen zugleich vor autoritären Tendenzen innerhalb der Führungselite des Landes. Auch die Sicherheitslage Tunesiens bleibt fragil.

Sparmaßnahmen führten zu internationalen Protesten

Chahed steht seit 2016 an der Spitze der Regierung. Unter seiner Führung verabschiedete das Land auf Druck internationaler Geber Sparmaßnahmen, die zu Protesten führten und seine Popularität sinken ließen. Im Konflikt mit der Führungsspitze verließ er zudem die Regierungspartei Nidaa Tounes und gründete seine eigene Partei Tahya Tounes, mit der er auf die politische Mitte abzielt.

Vor Chahed hatten bereits andere prominente Politiker ihre Kandidatur verkündet, darunter Verteidigungsminister Abdelkarim Zibid, der Vizechef der einflussreichen islamisch-konservativen Partei Ennahda, Abdelfattah Morou, und Ex-Übergangspräsident Moncef Marzouki.

(an/dpa)

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