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Regierung schränkt Reiseerlaubnis von Istanbul in Schwarzmeerregion ein

28.4.2020 11:26 Uhr

Jedes Jahr reisen rund 100.000 Menschen aus Istanbul zur jährlichen Teeernte in ihre Heimat in die Schwarzmeerprovinzen Rize, Artvin, Trabzon und Giresun, um dort ihre Felder abzuernten. Dem hat die türkische Regierung diesmal einen Riegel vorgeschoben, um eine Verbreitung des Coronavirus in die bisher weit weniger betroffenen Provinzen zu vermeiden.

Nach einem Meeting mit dem Innenministerium haben die Gouverneure von Artvin, Rize, Trabzon und Giresun verkündet, dass in diesem Jahr nur Personen, die in der Nähe der Teefelder wohnen, zur Ernte zugelassen werden. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem rund 100.000 Menschen in Istanbul eine Reiseerlaubnis in ihre Heimatprovinzen beantragt hatten. Die Türkei hat vor rund einem Monat bereits das Reisen zwischen 30 Großstädten und Zonguldak stark eingeschränkt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Nur, wer eine Sondergenehmigung durch die örtlichen Reisekomitees vorweisen kann, darf überhaupt in Städte rein- bzw. rausfahren.

Zur Teeernte in die Heimat

Jedes Jahr fahren Tausende Istanbuler, die ursprünglich aus der Schwarzmeerregion in die Millionenstadt gezogen sind, zur Teeernte gemeinsam mit ihren Familien in die Heimat, um die Felder abzuernten. So eine große Menge an potenziellen Virusträgern könnte ein großes Risiko in Provinzen darstellen, die bisher geringere Zahlen an Infizierten meldeten.

"Wenn 10.000 Personen aus 100.000 mit Covid-19 erkrankt sind, wird sich das Virus in der gesamten Schwarzmeerregion ausbreiten. Deshalb wurde, in Zusammenarbeit mit dem Innen- und Gesundheitsministerium, das Reisen von Istanbul in diese vier Provinzen verboten", so die Mitteilung der Gouverneure.

Unterstützung für die Teebauern

Dass es durch die neuen Regelungen nicht zu Verzögerungen oder Schwierigkeiten bei der Ernte kommt, soll durch "Ernte-Kommissionen" gewährleistet werden, in die auch die örtlichen Dorfvorsteher (Muhtar) und NGOs einbezogen werden sollen. Rund 20 Prozent der Teebauern wird es durch die neuen Regelungen in diesem Jahr nicht möglich sein, für die Ernte anwesend zu sein – allerdings haben die Provinzen erlaubt, Saisonarbeiter aus den östlichen Provinzen Kars, Ardahan, Erzurum und Bayburt für die Ernte einzusetzen. Auch Arbeiter aus den Nachbarstädten Rizes, Trabzons, Giresuns und Trabzons dürfen auf den Teefeldern arbeiten.

(be)

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