epa/Valdrin Xhemaj

Regierung im Kosovo steht vor dem Aus

18.3.2020 23:35 Uhr

Wegen des politischen Umgangs mit der Coronakrise bahnt sich im Kosovo ein Bruch zwischen den Koalitionspartnern an. Ministerpräsident Albin Kurti von der links-nationalen Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) entließ am Mittwoch Innenminister Agim Velju von der konservativen Demokratischen Liga des Kosovos (LDK) aus seinem Amt. Velju hatte zuvor wegen der Coronavirus-Pandemie die Ausrufung des Ausnahmezustands gefordert, Kurti lehnte dies ab.

Im Kosovo ist bislang bei 19 Menschen Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Die Entlassung des Ministers begründete Kurti damit, dass Velju in einer Fernsehsendung Panik geschürt habe, als er damit argumentierte, dass die Zahl der Covid-19-Erkrankten gewissermaßen stündlich steige.

Viele Kosovaren hatten Hoffnung in Kurti gesetzt

Der Regierungschef forderte den LDK-Vorsitzenden Isa Mustafa auf, einen neuen Innenminister zu benennen. Dieser gab wiederum zurück, dass Kurti bis zum Ende der Woche Zeit habe, um die Entlassung Veljus zurückzunehmen. Andernfalls werde er die Koalition aufkündigen.

Kurtis Regierung ist erst seit Anfang Februar im Amt. Viele Kosovaren hatten in sie große Hoffnungen gesetzt. Diverse Vorgängerregierungen hatten unter der Kontrolle ehemaliger Kommandeure der Aufstandsmiliz UCK gestanden, denen Korruption und Inkompetenz nachgesagt wurde. Kurti hatte sich als Aktivist gegen Korruption und Justizversagen einen Namen gemacht.

Das Kosovo gehörte früher zu Serbien. Nach dem Aufstand der UCK und einer Nato-Intervention gegen Serbien im Jahr 1999 erklärte sich das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Land 2008 für unabhängig.

(an/dpa)

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