Symbolbild: imago images/Xinhua

Regierung für Zivilisten gefährlicher als Aufständische

30.7.2019 23:49 Uhr

Immer mehr zivile Opfer sind durch Luftangriffe und Bodeneinsätze der afghanischen Regierung zu beklagen. Die Zahl der bei Einsätzen regierungstreuer Truppen verwundeten und getöteten Zivilisten stieg im ersten Halbjahr 2019 um 31 Prozent auf 1397 Opfer.

Das geht aus einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) vom Dienstag hervor - und ist umso bemerkenswerter, da die Gesamtzahl der verletzten oder getöteten Zivilisten im gleichen Zeitraum um 27 Prozent auf 3812 sank.

Regierung tötet 717 Bürger

Zählt man nur die getöteten Zivilisten, sind die regierungstreuen Truppen das zweite Quartal hintereinander für mehr Opfer verantwortlich als die Aufständischen: Die afghanischen Sicherheitskräfte, ihre internationalen Unterstützer und regierungstreue Milizen töteten in den ersten sechs Monaten 717 unbeteiligte Bürger, die radikalislamischen Taliban, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere regierungsfeindliche Kräfte 531. Mehr Tote gab es vor allem durch Luftangriffe und bei Suchoperationen, während die Zahl der Selbstmordanschläge sank.

(an/dpa)

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