epa/Meghdad Madadi

Reformer im Iran droht Hinrichtung

30.7.2019 15:16 Uhr

Wegen der Ermordung seiner Ehefrau droht einem iranischen Spitzenpolitiker die Hinrichtung. Das gab Justizsprecher Gholamhussein Ismaeili am Dienstag laut Nachrichtenagentur Isna bekannt. Mohamed Ali Nadschafi hatte im Mai dieses Jahres seine wesentlich jüngere Ehefrau Mitra umgebracht.

Nach den islamischen Gesetzen hat die Familie des Opfers nun das Recht zur "Vergeltung". Sie kann folglich vom Gericht die Todesstrafe für den Täter fordern, aber auch darauf verzichten. Nadschafis Anwalt will zunächst jedoch in Berufung gehen.

Verheiratet in zweiter Ehe

Der Prozess gegen den Reformpolitiker und wirtschaftlichen Berater von Präsident Hassan Ruhani hatte in den vergangenen Wochen die Öffentlichkeit im Iran beschäftigt. Bestätigte Details zu dem Fall gibt es zwar immer noch nicht, aber angeblich soll die Frau Nadschafi mit einem jüngeren Mann betrogen haben.

Der Mathematik-Professor Nadschafi war in mehreren Regierungen als Wissenschafts- und Bildungsminister tätig und bis März 2018 auch Teherans Bürgermeister. Er galt als enger Vertrauter von Präsident Ruhani. In zweiter Ehe war der 67-Jährige mit Mitra verheiratet. Das Paar erregte vor dem Vorfall mit romantischen Bildern in den sozialen Medien Aufsehen.

(an/dpa)

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