Symbolbild: epa/Marwan Ali

Rebellion im Sudan beendet

16.1.2020 9:58 Uhr

Im Sudan hat die Übergangsregierung nach eigenen Angaben eine «Rebellion» von Sicherheitskräften beendet. Mitglieder eines Sicherheitsdienstes hätten versucht, die Übergangsregierung zu stürzen, sagte am Mittwoch Abdel Fattah Burhan, der Präsident des Souveränen Rats.

Das elfköpfige Gremium regiert zusammen mit einem Kabinett übergangsweise das Land nach dem Putsch gegen Präsident Omar al-Baschir im April. Man habe die Kontrolle über die von den Rebellen eingenommenen Gebäude in Khartum wiederhergestellt, sagte Burhan.

Die «Rebellion» hatte am Dienstag in der Hauptstadt Khartum begonnen. Schüsse waren Anwohnern zufolge bis in die frühen Morgenstunden am Mittwoch zu hören. Bei den Zusammenstößen wurden Burhan zufolge zwei Soldaten getötet. Zudem kamen nach Angaben eines Ärzteverbands drei Zivilisten ums Leben. Der sudanesische Luftraum sei gesperrt worden, sei aber am Mittwoch wieder geöffnet worden, sagte Burhan. «Bürger können zu ihren normalen Leben zurückkehren.»

Einigung zwischen Armee und Opposition

Das Land im Nordosten Afrikas mit rund 42 Millionen Einwohnern hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Infolge monatelanger Massenproteste wurde der autoritäre Präsident Omar al-Baschir im April vom Militär gestürzt. Nach weiteren Protesten einigten sich die Armee und die zivile Opposition schließlich auf eine gemeinsame Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen in drei Jahren ebnen soll.

Allerdings warnen Experten vor Spannungen innerhalb des Sicherheitsapparats, vor allem zwischen den Streitkräften, dem Sicherheitsdienst NISS und der paramilitärischen RSF. Ein Konflikt zwischen den Fraktionen sei nicht auszuschließen, schrieb Annett Weber von der Stiftung Wissenschaft und Politik Ende 2019.

(an/dpa)

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