epa/Yahya Nemah

Rebellen: Skepsis bei Waffenruhe in Idlib

6.3.2020 14:50 Uhr

Mit Skepsis haben die syrischen Rebellen auf die am Donnerstag vereinbarte neue Waffenruhe für das umkämpfte Gebiet um die Stadt Idlib reagiert. "Wir vertrauen der russischen Seite und den Gangs des (syrischen Präsidenten Baschar) al-Assad nicht", erklärte der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront, Mustafa Nadschi, am Freitag. "Wir erwarten, dass diese Milizen die Waffenruhe verletzen, wie sie es bei früheren Waffenruhen gemacht haben."

Auch der Sprecher der oppositionellen Syrischen Nationalarmee, Jussif Hammud erklärte, er glaube nicht, dass Russland in der Lage sei, seine Versprechen und Verpflichtungen einzuhalten. "Die Waffenruhe wird nicht halten", sagte er. Da in der Region weiterhin "Terroristen des Regimes" präsent seien, könnten auch die Vertriebenen nicht in ihre Heimatorte zurückkehren. Nur dann hätte ihr Leiden aber ein Ende.

Waffenruhe trat um Mitternacht in Kraft

Russland und die Türkei hatten sich als Schutzmächte der syrischen Regierung und der Rebellen am Donnerstagabend auf eine neue Waffenruhe für Idlib geeinigt. Sie trat um Mitternacht in Kraft. Schon früher hatten sie mehrfach Waffenruhen für die umkämpfte Region vereinbart, die jedoch nicht hielten.

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Es wird von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) dominiert. Dort kämpfen aber auch moderatere Gruppen.

Die Truppen der syrischen Armee werden von pro-iranischen Milizen unterstützt. Dazu gehört unter anderem die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah. Die Europäische Union hatte den militärischen Arm der Hisbollah-Organisation 2013 auf die Terrorliste gesetzt.

(an/dpa)

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