Screenshot Instagram

Rapper "Erkek" zu neun Monaten Haft verurteilt

26.6.2020 21:36 Uhr

Abdullah I. ist 24 Jahre alt, ein türkischer "Rapper" aus dem Ruhrgebiet, ohne Führerschein und nennt sich "Erkek". Er war im Oktober 2019 im Besitz eines jungen Pit Bull Terriers, einer C-Klasse von Mercedes und eines Smartphones. Das hatte er am Steuer verbotenerweise in der Hand und fiel damit beim Fahren einer Polizeistreife in Lünen auf. Das, was dann folgte, endete nun vor dem Amtsgericht Lünen in einer Haftstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde – und einem Hund, an dem der Rapper sehr hing, im Tierheim. Doch was war geschehen?

Streifenbeamten fiel am 29. Oktober 2019 in Lünen ein Mann auf, der in einer C-Klasse von Mercedes an seinem Smartphone gespielt haben soll – während der Fahrt. Dass dies so untersagt sei, wollten ihm die Beamten mitteilen und versuchten den Fahrer zu stoppen. Der gab aber unvermittelt Gas und spricht später davon, dass er für die Flucht "gute Gründe gehabt habe". Auf dem Weg, den Flüchtige dann zurücklegte, beschädigte er einen Stromkasten, ein geparktes Auto und zwei Polizeifahrzeuge, die er rammte, als diese seine Flucht unterbinden wollten. Dass seine C-Klasse bei der Fahrt einen Vorderreifen einbüßte, schien den Fahrer so gar nicht zu beeindrucken. Im Gegenteil. Er setzte seine Raser-Flucht fort. Das Ganze bis zu einer Schranke, an der dann Endstation war.

Zurückgelassenes Smartphone führte zum PS-Rowdy und zur Verurteilung

An der Schranke ließ Erkek seinen Wagen stehen und setzte sich aus dem Pkw noch rollenden Fahrzeug ab. Als die Polizei den Zugriff versuchte und den Mann vorläufig zur Feststellung der Personalien festnehmen wollte, verblüffte er die Beamten erneut, denn er setzte sich zur Wehr und entwich. Man habe die Person, die bis dahin unbekannt war, noch kurz festhalten können – bis er sich losriss, per pedes türmte und so seiner Festnahme entging. Doch auch das half ihm am Ende recht wenig, hatte er doch seinen Hund und sein Handy zurückgelassen, mit dem er als "Abdullah I." (24) identifiziert werden konnte. Abdullah I. tritt auch unter dem Künstlernamen "Erkek" (aus dem Türkischen übersetzt bedeutet das "Mann") als Rapper auf. Mit der Namensfeststellung wurde dann auch der möglich Fluchtgrund klar, denn der Rapper war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, hatte nach eigenen Angaben einen Haftbefehl offen und war nicht im Besitz einer gültigen Aufenthaltserlaubsnis in Deutschland.

Dieser Abend, der mit einem Sachschaden von 3000 Euro beziffert wurde, brachte "Erkek" eine ganze Reihe von Anzeigen ein, die nun am 24. Juni 2020 vor dem Amtsgericht Lünen verhandelt wurden. Fahren ohne Führerschein in zwei Fällen, einmal in Tateinheit mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, Widerstand und Angriff auf die Polizei mit versuchter Körperverletzung. Ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr war nicht nachweisbar, weil die Vorsatzhandlung letztlich nicht bewiesen werden konnte. Verurteilt wurde er dann zu neun Monaten Haft auf Bewährung. Ganz sicher wird "Erkek" auch geraume Zeit Fußgänger bleiben. Seinen Hund bekam er auch, obwohl er es nach eigenen Angaben versucht hat, nicht zurück und mit der Vorbelastung im Führungszeugnis wird der nächste Hund eher kein Listen- oder Kampfhund werden.

In einer Video-Botschaft auf Instagram nach der Verhandlung bedauert er sein Vorgehen und riet seinen jugendlichen Fans, aus seinen Fehlern zu lernen.

(mb)

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