dpa

Rückgabe von afghanischem Kunstwerk

8.10.2019 14:57 Uhr

Am Dienstag hat das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) ein Wandpaneel aus Marmor an den afghanischen Staat zurückgegeben. Damit sei das Haus eines der ersten deutschen Museen, das ein Kunstwerk nach Afghanistan zurückgibt.

Das Paneel gehört nach Angaben des Museums zu einem 78-teiligen Fries aus dem 12. Jahrhundert, der aus dem Innenhof des Königspalastes von Sultan Mas'ud III. in der Stadt Ghazni stammt. Ende der 1970er Jahre wurde das Paneel aus dem dortigen Rawza Museum of Islamic Art geraubt. 2013 hatte das Museum das Marmorpaneel auf einer Auktion in Paris erworben.

Appell an Museen und Privatsammlung

«Dass sich ein Museum zu seinen Fehlern öffentlich bekennt, halte ich für einen wichtigen Schritt», sagte Direktorin Tulga Beyerle. Nach Jahren der Recherche könne das Paneel nun seinen rechtmäßigen Eigentümern übergeben werden. Vorerst soll es im afghanischen Nationalmuseum in Kabul aufbewahrt werden.

Überreicht wurde das Kunstwerk an Abdul Jabar Ariyaee, Geschäftsführer der afghanischen Botschaft in Berlin: «Ich appelliere an andere Museen und Privatsammlungen, uns bei der Rückholung geraubter Kunstgegenstände aus Afghanistan behilflich zu sein», sagte er.

(an/dpa)

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