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Rätsel um Blitze gelöst

18.4.2019 10:54 Uhr

Wissenschaftler haben überraschende Strukturen in Gewitterblitzen entdeckt. Sie seien ein Grund dafür, warum Gewitterwolken mehrfach hintereinander blitzen, berichtet ein internationales Team von Wissenschaftlern mit deutscher Beteiligung. Messinstrument war ein großes Radioteleskop aus vielen zusammengeschalteten Antennen.

Die entdeckten Strukturen in den Blitzen sind nach Forscherangaben sogenannte Nadeln, die Ladung speichern und daraus die Wolken wieder aufladen. Somit könnten sich Gewitterwolken schon nach kurzer Zeit ein zweites Mal entladen.

100 Meter lange Nadeln

"Daher kommt es aus einer Wolke zu wiederholten Blitzeinschlägen auf dem Boden, und Gewitter liefern nicht nur einen Blitz, sondern viele spektakuläre, aber auch gefährliche Entladungen", sagte Erstautor Brian Hare von der niederländischen Universität Groningen. Die Nadeln sind nach Angaben der Forscher rund 100 Meter lang und haben einen Durchmesser von weniger als fünf Metern.

"So genaue Messungen eines einzelnen Blitzes gab es noch nie", sagte Ko-Autorin Anna Nelles vom Hamburger Forschungszentrum Desy und der Universität Nürnberg-Erlangen der Deutschen Presse-Agentur. Das Team nutzte das Radioteleskop Lofar (Low Frequency Array), das aus mehreren Tausend Antennen besteht. Sie stehen verteilt in mehreren Ländern und bilden somit ein riesiges virtuelles Teleskop. Seine Ergebnisse hat das Forscherteam im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.

(an/dpa)