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Ramadan: Fasten ja oder nein? Religionsbehörde gibt klare Empfehlung

15.4.2020 11:03 Uhr

Der Coronavirus verbreitet sich in Windeseile, viele Gläubige sind verunsichert und fragen sich: Darf man den islamischen Fastenmonat Ramadan regulär begehen? Die türkische Religionsbehörde hat eine klare Meinung und sagt: Ja!

"Jeder gesunde Gläubige ist verpflichtet, während des Monats Ramadan zu fasten, wie von Gott befohlen. Es ist nicht möglich, diese Andacht auszusetzen", teilte die zuständige Behörde Diyanet mit. Risikogruppen wie Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sollten aber auf das Fasten verzichten. Auch Schwangere und stillende Mütter sollten lieber nicht fasten. Die Religionsbehörde erklärte, sie habe wegen der Corona-Krise dazu zahlreiche Anfragen erhalten.

Fasten soll "positive Wirkung" haben

Die Religionsbehörde erklärte weiter, nach Ansicht von Experten begünstige das Fasten Gesunder nicht die Ausbreitung des Virus. Zudem gebe es keine medizinischen Beweise dafür, dass das Immunsystem negativ beeinflusst werde. "Im Gegenteil, es gibt wissenschaftliche Veröffentlichungen, wonach Fasten positive Auswirkungen auf das Immunsystem hat", hieß es.

Der Ramadan beginnt am 24. April und endet einen Monat später. Gläubige Muslime verzichten dann von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken.

Ditib ruft zur Zurückhaltung auf

Ein andere Ansicht vertritt hingegen der islamische Dachverband Ditib in Deutschland. Dieser hatte die Gläubigen vergangene Woche zur Zurückhaltung während des Ramadans aufgerufen und Risikogruppen geraten, auf das Fasten zu verzichten.

(bl/dpa)

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