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Ralf Stegner verteidigt Kevin Kühnert

2.5.2019 17:17 Uhr

Mit seinen Thesen zum Sozialismus erntet Juso-Chef Kevin Kühnert viel Kritik. Dagegen hat ihn nun der stellvertretende Vorsitzende der SPD, Ralf Stegner, in Schutz genommen. "Die Debatte ist ein Sturm im Wasserglas", sagte Stegner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Kühnert beschreibt skandalöse Missstände, die es gibt. Aber er stellt keine tagespolitischen Forderungen auf", sagte Stegner.

Kühnert hatte in einem Interview mit der "Zeit" über Sozialismus unter anderem gesagt, dass er für eine Kollektivierung großer Unternehmen "auf demokratischem Wege" eintrete. Kühnert kritisierte den starken Mietenanstieg in den Städten und wandte sich im Grundsatz gegen Vermietungen als legitimes Geschäftsmodell.

SPD für Mietenstopp

Stegner betonte: "Alle wissen, dass die SPD keine Unternehmen verstaatlichen will. Auch die Enteignung von Immobilienkonzernen bringt keine neuen Wohnungen." Die SPD fordere aber längst einen Mietenstopp, eine bessere Besteuerung der Bodenwerte und die Förderung von Gemeinschaftsunternehmen. "In der Tagespolitik unterstützt Kevin Kühnert als entschlossener Wahlkämpfer unseren EU-Wahlkampf", so Stegner. Diskussionen über den Tag hinaus seien berechtigt und müssten in einer Partei wie der SPD erlaubt sein. Auch unter Juso-Vorsitzenden wie Gerhard Schröder oder Andrea Nahles habe es solche programmatischen Debatten gegeben.

"Viele junge Menschen sind überzeugt, dass der Kapitalismus, den wir heute erleben, längst an seine Grenzen gestoßen ist", sagte Stegner. "Kühnert mobilisiert diese Menschen."

(an/dpa)