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Rafael Eitan, Einsatzleiter der Eichmann-Verhaftung, in Tel Aviv verstorben

23.3.2019 20:43 Uhr

Es war eine spektakuläre Geheimoperation, die 1960 in Argentinien stattfand. Adolf Eichmann wurde in Argentinien verhaftet und nach Israel entführt, um dort wegen des millionenfachen Mordes an Juden im Dritten Reich abgeurteilt zu werden. Rafael Eitan war damals der Einsatzleiter der Operation. Am Samstag ist Eitan im Alter von 92 Jahren in einem Krankenhaus in Tel Aviv verstorben.

Der Chef der israelischen Geheimdienst-Truppe, die den Organisator der nationalsozialistischen Judenvernichtung, Adolf Eichmann, im Jahr 1960 aus Argentinien entführte, ist tot. Der einstige Agent Rafi Eitan starb nach Angaben eines Krankenhauses in Tel Aviv, in dem er zuletzt behandelt worden war, am Samstag im Alter von 92 Jahren.

Eichmann war unter den Nationalsozialisten an zentraler Stelle für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich. Er wurde - nach der Entführung durch das Geheimdienstkommando unter Eitans Leitung - 1962 in Israel zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Entführung hatte erhebliche diplomatische Verwicklungen zwischen Argentinien und Israel ausgelöst.

Israel wusste, wo Josef Mengele war

Eitan machte 2010 zudem bekannt, dass der israelische Geheimdienst seit 1962 gewusst habe, dass der gesuchte KZ-Arzt Josef Mengele seinerzeit in Brasilien untergetaucht gewesen sei. "Ich war 1962 mit einem anderen Agenten in Brasilien, und wir bestätigten, dass sich Mengele unter falscher Identität in der Umgebung von São Paulo aufhielt", sagte Eitan damals der Zeitung "Folha de São Paulo". Anschließend seien Vorbereitungen für die Gefangennahme Mengeles angelaufen, doch habe die israelische Regierung schließlich darauf verzichtet.

Mengele war im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz für grausamste medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen "Todesengel von Auschwitz" berüchtigt. Ihm war nach Kriegsende zunächst die Flucht nach Argentinien und 1960 nach Brasilien gelungen. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall im Küstenort Bertioga im Bundesstaat São Paulo.

(ce/dpa)